Blick in die Presse

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Tschechische Pressekommentare zur Unvoreignenommenheit der Tageszeitung „Mladá fronta DNES“, zur Popularität von Andrej Babiš und zu einem Soldateneinsatz in der Zentralafrikanischen Republik

9. 4. 2014 - Text: PZText: PZ

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Lügengespinst | Die im Besitz des Finanzministers Andrej Babiš befindliche und noch immer einflussreichste Tageszeitung „Mladá fronta DNES“ sieht sich aus gegebenem Anlass (öffentlicher Streit zwischen Babiš und Premierminister Sobotka) bemüßigt, ihre redaktionelle Unabhängigkeit durch eine Erklärung der Chefredakteurin zu betonen: „Der Inhalt von MF DNES entsteht in der Redaktion, Andrej Babiš hat damit nichts zu schaffen. Den Fall OKD, (der den Premier Sobotka zu belasten scheint; Anm. d. Red.) begannen wir im Januar (…) unter anderem deshalb zu untersuchen, weil Bohuslav Sobotka auf den Sessel des Premiers zusteuerte, und ebenso wie in anderen Fällen wollten wir dem Leser umfassende Informationen bieten, wer Premier wird, über welches Eigentum er verfügt, wo seine schwachen Seiten sind. (…) Dass sich irgendjemand die Artikel über OKD und den Premier bestellt hätte, ist eine Lüge.“

Zwei Chefs geht nicht | Die Prager „Hospodářské noviny“ äußert sich zum scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg von Andrej Babiš: „Gemessen an der Entwicklung der Präferenzen und Popularität zieht Babiš einen ständig größeren Teil der Gesellschaft auf seine Seite. Was ihn nach oben trägt ist ein Gemisch von strategischen Überlegungen, richtiger taktischer Entscheidungen, Intuition, Zufällen, Glück und Skrupellosigkeit (…) Wichtig ist es, das Ziel zu verfolgen, und dies ist (…) die Zentralisierung der Macht. Schließlich hat es uns Babiš schon vorher durch seine Losung ‚Der Staat sollte wie eine Firma geführt werden‘ wissen lassen. Eine Firma kann nicht zwei Generaldirektoren haben. Ein Staat, ein Chef…“

Einsatz in Afrika | Die Tageszeitung „Právo“ sieht auf die tschechischen Soldaten neue Herausforderungen zukommen: „Nach dem Besuch des Generalsekretärs der Vereinten Nationen spricht man über die Entsendung unserer Soldaten in die Zentralafrikanische Republik (ZAR). (…) Gemäß dem Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der VN kämpfen in der ZAR sechstausend Kindersoldaten. Gerade das verursacht Soldaten aus der westlichen Zivilisation die größten Schwierigkeiten. Sie sind schockiert darüber, wer ihr Gegner ist, und sie sind nicht darauf vorbereitet, Kindersoldaten zu töten. Es entstehen Traumata, denen auch die bestens vorbereiteten Soldaten erliegen.“

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