Blick in die Presse

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Pressekommentare zur EU-Flüchtlingsquote, der positiven Wirtschaftsentwicklung und zum Abschied von Eishockey-Legende Jaromír Jágr

20. 5. 2015 - Text: PZText: Zusammengestellt und übersetzt von Corinna Anton; Foto: APZ

Vergessene Flüchtlinge | Über die ablehnende Haltung ostmitteleuropäischer Staaten gegenüber Asylsuchenden schreibt „Zeit Online“: „Muslime und die angebliche Gefahr, die von ihnen ausgeht, ist auch ein Lieblingsthema des tschechischen Präsidenten Miloš Zeman. Seit Jahren verkündet er, dass er sich keine Muslime in seinem Land wünscht. Er äußerte sogar einmal, ein gemäßigter Muslim sei ,so widersprüchlich wie ein gemäßigter Nazi‘. Die Abwehr des Islam und damit auch von Flüchtlingen aus muslimischen Ländern ist ein fester Bestandteil der tschechischen Politik geworden. (…) Auch in Polen gibt es Übergriffe auf islamische Einrichtungen und eine entsprechende Haltung gegenüber muslimischen Flüchtlingen. (…) In dem Land, in dem noch immer mehr als 90 Prozent der Bürger katholisch sind, traut sich kaum jemand Flüchtlingen aus einem anderen Kulturkreis zu helfen. Es kommen – vielleicht auch aus diesem Grund – auch nur sehr wenige Flüchtlinge nach Polen. (…) Ähnlich sieht es in Tschechien aus, wo im vergangenen Jahr gerade einmal 900 Asylanträge gezählt wurden. Es ist eben lange her, dass Polen, Tschechen oder Ungarn selbst aus politischen Gründen Zuflucht im Ausland gesucht haben.“

Verbreitete Ängste | Zum selben Thema fordert die Wochenzeitschrift „Respekt“ mehr Courage von tschechischen Politikern: „Es ist klar, dass die europäische Asylpolitik eine grundlegende Reform braucht. Die Vorschläge der Europäischen Kommission gehen in die richtige Richtung. Tschechien sollte sich nicht gegen diese Änderung wehren. Die politischen Eliten sollten sich im Gegenteil ein Herz fassen und gegen die weit verbreitete Angst vor nicht-europäischen Flüchtlingen ankämpfen.“

Falsche Vorstellungen | Die „Wirtschaftszeitung“ kommentiert den überraschend starken Zuwachs des tschechischen Bruttoinlandsprodukts: „ Vor allem die Vorstellung, dass ein Anstieg der Produktion zu einem Anstieg der Gehälter führt, stimmt nicht ganz. (…) Die Vision, dass unsere Hersteller, die mit denen in Spanien, Portugal oder Deutschland konkurrieren, auf einmal beginnen, die Löhne zu erhöhen und freiwillig ihre Konkurrenzfähigkeit zu senken (und auch ihren Gewinn), ist in dieser Situation eher unwahrscheinlich. (…) Großen Einfluss (auf die Inlandsnachfrage) werden in diesem Jahr die europäischen Fonds haben. (…) Alle werden versuchen, Gelder für alles Mögliche zu bekommen, was uns die Union zumindest mit gewisser Wahrscheinlich billigt. Das bedeutet mehr Geld für Investitionen. (…) Die Daten über die Entwicklung der Wirtschaft sind in vielerlei Hinsicht ermutigend. Aber sie sind noch immer nur eine Kennziffer von vielen, die in der Realität nichts mit dem individuellen Lebensstandard der Menschen gemeinsam hat. Allein für das gute Gefühl aber gilt: Es ist schön, das Tschechien nach längerer Zeit in die Reihe der europäischen Musterschüler zurückgekehrt ist.

Gemeinsamer Nenner | Zum Abschied der tschechischen Eishockey-Legende aus der Nationalmannschaft meint die „Volkszeitung“: „Jágr ist wirklich der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich de facto die gesamte Gesellschaft einigen kann. Es stört einfach niemanden, dass er für das Team aus dem russischen Omsk gespielt hat und sich zum orthodoxen Glauben bekennt. Hand aufs Herz: Sind Sie sich sicher, dass das bei einem Parteivorsitzenden auch nicht stören würde?“

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