Niemals sprachlos

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Brünner Stadttheater gastiert mit deutschsprachiger Inszenierung des Musicals „Die Päpstin“ in Ingolstadt

11. 12. 2013 - Text: Vanessa WeissText: Vanessa Weiss; Foto: Jef Kratochvil, Tino Kratochvil

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Der historische Roman „Die Päpstin“ der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross begeistert seit seiner Publikation vor 17 Jahren ganze Leserscharen. Die Geschichte um die junge Johanna, die einer Legende zufolge im Mittelalter zur ersten und einzigen Päpstin aufstieg, hat längst auch Theater, Kino und Musical-Bühne erobert. Die Aufführungsrechte für die Inszenierung als Musical sicherte sich ein Fuldaer Produktionsunternehmen. 2011 uraufgeführt, geht das Musiktheater inzwischen in seine vierte Spielzeit. Vor Beginn der Sommersaison gibt es zu Jahresbeginn 2014 ein Wiedersehen in Ingolstadt. Von 3. bis 5. Januar bringt das Brünner Stadttheater „Die Päpstin“ in einem Gastspiel in der bayerischen Stadt an der Donau auf die Bühne.

Überraschend ist das Gastspiel nicht, das Brünner Ensemble präsentiert sich bereits zum vierten Mal in Ingolstadt. Die Aufführung der Brünner Inszenierung der „Päpstin“ stellt das Ergebnis einer länderübergreifenden deutsch-tschechischen Koproduktion dar, die vor zwei Jahren ihren Ausgang nahm. Als „Die Päpstin“ damals in Fulda erstmals als Musical umgesetzt werden solle, fehlte der Inszenierung der Regisseur. „Durch die Empfehlung eines in Europa gut vernetzten Verlages sind wir auf den tschechischen Regisseur Stanislav Moša aufmerksam geworden“, blickt der Geschäftsführer des Produktionsunternehmens Spotlight Peter Scholz zurück.

Moša arbeitet seit 1992 als Direktor des Stadttheaters in Brünn. Er führte bei verschiedensten Musicals Regie, auch außerhalb seines Heimatlandes. Dass Moša zusagte, war für das Fuldaer Team nicht nur der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit, sondern auch essentielle Unterstützung. Schließlich beschäftigt es außerhalb der Hochsaison lediglich sieben Mitarbeiter, zur Hauptspielzeit im Sommer aber werden etwa 100 Mann benötigt. Sowohl Kostüme als auch Bühnenbild wurden in Brünn hergestellt. Durch die Verbindung zum Brünner Stadttheater wurde das Musical bereits ein halbes Jahr nach seiner Weltpremiere dort aufgeführt. Seitdem pendeln die Mitarbeiter – je nachdem, wo das Stück über die Bühne geht.

Zwar ist das Brünner Ensemble durch inzwischen über 200 Gastspiele im Ausland sprach­erprobt. Dennoch entschieden sich Scholz und Moša, einige der Rollen mit großem Sprechanteil mit deutschen Darstellern zu besetzen. „Über den Text werden komplexe Informationen transportiert, die man genau verstehen muss“, so Scholz. Die Johanna gibt daher die junge deutsche Musical-Darstellerin Tina Haas. Ihr männlicher Gegenpart Gerold wird dagegen von einem tschechischen Schauspieler verkörpert. Zur gemeinsamen Probe treffen die Protagonisten allerdings erst wenige Tage vor der Aufführung in Ingolstadt aufeinander. Dann soll sich die deutsch-tschechische Zusammenarbeit erneut nicht nur in der Vorbereitung, sondern auch im Schauspiel manifestieren.

Die Päpstin, Stadttheater Ingolstadt, 3. bis 5. Januar 2014, 19.30 Uhr, Eintritt: 14–32 Euro, www.theater.ingolstadt.de