Kauf gescheitert

Kauf gescheitert

Turnov bietet zu wenig Geld für Neorenaissance-Gebäude

26. 2. 2015 - Text: Franziska NeudertText: fn/čtk; Foto: ŠJů

Im Dezember vergangenen Jahres beschlossen Vertreter des Magistrats von Turnov eines der größten Geschäfte in der Geschichte der Stadt. Bei einer außerordentlichen Sitzung stimmten 20 von 27 Mitgliedern des Stadtrats für den Kauf des Neorenaissance-Gebäudes am Platz des Böhmischen Paradieses (Náměstí Českého ráje). In dem prunkvollen Bau, der bisher als Sitz der örtlichen Sparkasse diente, wollte die Stadt einen Großteil ihrer Beamten unterbringen. Zuvor hatte die Geschäftsbank den Verkauf des Gebäudes für rund 30 Millionen Kronen (etwa eine Million Euro) angekündigt.

Am Montag gab die Stadt jedoch bekannt, das Haus aufgrund des überhöhten Preises nicht zu erwerben. „Das Immobilienbüro teilte uns mit, dass unser Angebot nicht konkurrenzfähig sei und fügte hinzu, es werde uns zum Wettbewerb zulassen, sofern wir es deutlich erhöhen“, teilte Bürgermeister Tomáš Hocke (Unabhängiger Block) mit. Anfänglich hatte der Magistrat 15 Millionen Kronen für den Kauf geboten. Auch eine Erhöhung um zwei Millionen Kronen für das vierstöckige Bauwerk zuzüglich dem Vorschlag, der Bank für zwei Jahre die Miete zu erlassen, blieb erfolglos.

Wie Gabriela Vítková vom vermittelnden Immobilienbüro Knight Frank erklärte, habe das höchste Preisangebot deutlich die vorgegebene Grenze von 30 Millionen Kronen überschritten. Die Ausschreibung sei abgeschlossen; der Name des Käufers soll jedoch erst veröffentlicht werden, wenn die Transaktion von der Bank bewilligt wurde.
Seit 1998 nutzt die Tschechische Sparkasse das historische Gebäude im Zentrum der rund 14.000 Einwohner zählenden Stadt. Außerdem ist darin das örtliche Arbeitsamt untergebracht.

Der mit Fresken reichlich verzierte Bau gilt als architektonisches Juwel der Stadt und ist damit für den Magistrat ein gefragtes Objekt. „Die Vorzüge wären, dass wir in ein Vermögensverhältnis zu einem zweifellos bekannten Bauwerk der Stadt träten und sich die Ämter für unsere Bürger auf zwei Objekte konzentrieren“, so Hocke Im Dezember 2014. Über das Scheitern der Stadt beim Kauf des Gebäudes wollte er sich nicht weiter äußern. Derzeit sind die Ämter des Magistrats auf vier Orte außerhalb des Rathauses verteilt. Die Stadtverwaltung erwägt nun, das Gebäude des ehemaligen Waisenhauses in Turnov als Sitz für ihre Ämter zu nutzen. 



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