Gegen den Zeiger

Gegen den Zeiger

Tschechischer EU-Parlamentarier fordert Abschaffung der Zeitumstellung

25. 3. 2015 - Text: Marcus HundtText: mh/čtk; Foto: Geolina163

In Europa wird an der Uhr gedreht. Denn ab Sonntag gilt wieder die Sommerzeit – wer keine Funkuhr hat, sollte die Zeiger also um eine Stunde vorstellen. Einer der schärfsten Kritiker dieser Regelung ist der tschechische Europaabgeordnete Pavel Svoboda (KDU-ČSL), der bereits im vorigen Jahr offiziell das Ende der Zeitumstellung forderte. Ob nun die Sommer- oder die Winterzeit abgeschafft wird, spiele für ihn keine Rolle. Hauptsache die Uhren werden in Europa nicht mehr umgestellt. Während die Europäische Kommission dem Tschechen vor einem Jahr noch eine Abfuhr erteilte – angeblich weil sich „niemand an der Zeitumstellung stört“ –, befassten sich zu Beginn dieser Woche gleich drei Ausschüsse des Europaparlaments mit seinem Anliegen.

„Ich habe mit mehreren Fachleuten gesprochen. Es gibt viel mehr Gründe für als gegen eine Abschaffung: Menschen neigen vermehrt zu Schlafstörungen und Depressionen, auch die Zahl von Unfällen und Herzinfarkten nimmt zu“, meint der Christdemokrat, der in seinem Vorstoß nicht nur von tschechischen Politikern und einer EU-weiten Bürgerinitiative unterstützt wird. „Auch viele deutsche und finnische Kollegen sind meiner Meinung.“

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sprechen sich fast drei Viertel der Deutschen gegen die Zeitumstellung aus, in Tschechien sind es sogar noch etwas mehr. Vor 40 Jahren beschlossen die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft infolge der ersten Ölkrise die Einführung der Sommerzeit. Davon erhoffte man sich, dass durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie eingespart werden könne. Ob das allerdings stimmt, ist bis heute umstritten.  



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