Zukunft gesichert

Zukunft gesichert

Der Große Preis von Tschechien steht auch in den kommenden Jahren im Rennkalender der Motorrad-WM

26. 8. 2015 - Text: Stefan WelzelText: sw/čtk; Foto: Honda Moto GP Team

Am 16. August hatten tschechische Motorsportfans allen Grund zur Freude. Kurz nachdem das Rennwochenende auf dem Brünner Masaryk-Ring zu Ende gegangen war, verkündete Bildungs- und Sportministerin Kateřina Valachová (ČSSD) den Fortbestand des Grand Prix bis mindestens 2020. An der Seite von Carmelo Ezpeleta, dem Chef des spanischen MotoGP-Rechteinhabers Dorna, bestätigte Valachová die Gründung einer neuen Gesellschaft, die das traditionsreiche Rennen am Stadtrand der mährischen Metropole künftig veranstalten soll.

Karel Abraham, der bisherige Ausrichter des Rennens und Pächter des Automotodroms Brno – so der offizielle Name der Strecke – war gegenüber Dorna in Zahlungsrückstand geraten. Angeblich belaufen sich die Schulden auf 110 Millionen Kronen (umgerechnet rund 4 Millionen Euro).

Die finanziellen Probleme gehen auf einen Streit zwischen Abraham und dem Landeshauptmann von Südmähren Michal Hašek (ČSSD) zurück. Bisher hatten die Stadt Brünn sowie der Kreis Südmähren zusammen rund ein Drittel der Austragungskosten beigesteuert. Doch Hašek verweigerte dieses Jahr den Anteil des Kreises zu bezahlen, da er sich mit Abraham nicht über die zukünftige Organisation des Grand Prix einigen konnte.

Die von Ministerin Valachová angekündigte neue Gesellschaft entstand auf Initiative des Brünner Oberbürgermeisters Petr Vokřál (ANO). Teilhaber werden die Stadt Brünn, der Kreis Südmähren sowie die südmährische Tourismusbehörde. Damit soll die Zahlung der jährlichen Austragungsgebühr von rund 75 Millionen Kronen (etwa 2,8 Millionen Euro) für die nächsten fünf Jahre mit öffentlichen Geldern gewährleistet werden. „Doch der Aufbau der Gesellschaft ist nur ein erster wichtiger Schritt. Es bleiben noch viele Fragen unbeantwortet“, so die 38-jährige Politikerin, die keine weiteren Angaben machen wollte. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns“, erklärte sie knapp. Unter anderem müssen offene Rechnungen beglichen werden. Wer diese übernimmt, ist noch nicht geklärt.

Neuer Besucherrekord
Auch Ivana Ulmanová, die Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft Automotodrom Brno, übt sich in Zurückhaltung: „Die Vereinbarung zur Gründung der Gesellschaft ist eine gute Basis für weitere Verhandlungen, aber nur ein erster Ansatz für eine ganzheitliche Lösung.“

Erleichtert gab sich Brünns Oberbürgermeister. „Ich bin sehr glücklich, dass der Große Preis weiterhin ausgerichtet wird und danke vor allem der Regierung und Ministerin Valachová“, so Vokřál. Das Interesse, das WM-Rennen in Brünn fortzuführen, ist von allen Seiten groß. Kein anderes jährlich stattfindendes Sportereignis in Tschechien lockt mehr Zuschauer an. Mit 248.434 Zuschauern wurde 2015 sogar ein neuer Besucherrekord aufgestellt. 



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