Zu viel Theater

Zu viel Theater

„Die außergewöhnlichen Reisen des Jules Verne“ feiern Premiere in der Laterna magika

26. 2. 2015 - Text: Corinna Anton, Titelbild: Martin Šandera

Die Kombination verspricht ein Feuerwerk der Fantasie: In der Neuen Bühne des Nationaltheaters feierten „Die außergewöhnlichen Reisen des Jules Verne“ in der vergangenen Woche ihre Premiere. Und wer könnte ein Stück über den französischen Romancier und Mitbegründer der Science-Fiction-Literatur besser umsetzen als die Prager Bühne, die durch die Laterna magika mit ihren zauberhafte Inszenierungen bekannt ist? Um mit Jules Verne auf Reisen zu gehen, suchten die Verantwortlichen um Regisseur David Drábek Inspiration in Werken wie „Fünf Wochen im Ballon“, „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ und „Die geheimnisvolle Insel“.

Jules Verne höchstselbst übernimmt die Hauptrolle. | © Martin Šandera

Sie lassen einen Aquanauten auftreten und die Arie der Luna erklingen, bringen einen Dschungel und das U-Boot Nautilus auf die Bühne. Es sind Szenen, die den Zuschauer begeistern. Man kann sich kaum sattsehen am Bühnenbild von Jakub Kopecký und den Kostümen von Simona Rybáková und möchte eintauchen in die Welt des Jules Verne – würde man nicht immer wieder jäh herausgerissen. Denn Drábek und die Dramaturgin Markéta Bidlasová haben die fantastischen Reise­erlebnisse in eine vergleichsweise langweilige Rahmenhandlung eingebettet: Ein Filmteam möchte Vernes Romanstoffe auf die Leinwand bringen, wobei ihnen der greise Meister selbst samt seiner anstrengenden Gattin über die Schultern schaut und schließlich sogar als Schauspieler einspringt.

Dieser Teil der Geschichte ist geprägt von lauten Dialogen und überzeichneten Charakteren. Manchmal ist er sogar witzig – was dem Zuschauer, der des Tschechischen nicht mächtig ist, aber oft entgeht, weil die englischen Übertitel nicht alles wiedergeben, was auf der Bühne gesagt wird. Das Fazit fällt durchwachsen aus. Dem Zuschauer machen „Die außergewöhnlichen Reisen des Jules Verne“ immer dann Spaß, wenn es bunt und effektvoll zugeht, wenn mit einem Zusammenspiel von Tanz und Licht das zu bestaunen ist, was man bei einem Besuch der Laterna magika erwartet. Dafür lohnt es sich vielleicht auch, die klassischen Theater-Passagen über sich ergehen zu lassen.

Podivuhodné cesty Julese Verna. Nová scéna (Národní 4, Prag 1), weitere Aufführungen: 7. März (20 Uhr), 8. März (17 Uhr), 20. März (20 Uhr), 21. März (17 und 20 Uhr), www.narodni-divadlo.cz

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