Tarantinos neunter Streich

Tarantinos neunter Streich

Dem Filmemacher ist mit dem Comedy-Drama „Once Upon a Time in Hollywood“ erneut ein Meisterwerk gelungen

27. 8. 2019 - Text: Stefan Ludwig, Titelbild: Sony Pictures

Quentin Tarantino ist ein Genie. Ohne Frage gehört er zu den zehn besten Regisseuren aller Zeiten. Seine Drehbücher sind einzigartig, ausgefeilt und messerscharf kalkuliert. Darüber hinaus gelingt es ihm, in jedem Film das Beste aus seinen Schauspielern herauszuholen. Mit „Once Upon a Time in Hollywood“ hat er sich für eine Hommage an seine Heimat, die Filmhochburg von Los Angeles entschieden. Allein das Szenenbild ist derart fantastisch, dass der Rest des Films fast schon egal wäre. Das Hollywood der späten 1960er Jahre auf der Leinwand zu sehen, macht einfach unfassbar viel Spaß.

Leonardo diCaprio als Schauspieler Rick Dalton | © Sony Pictures

Eine echte Story hat der Film über lange Zeit nicht. Der Zuschauer folgt den beiden Hauptcharakteren, gespielt von den Schauspiellegenden Brad Pitt und Leonardo DiCaprio, in ihrem Alltag. Die Dialoge sind, wie immer bei Tarantino, auf den Punkt und diesmal zum Brüllen komisch – schließlich ist das hier eine Komödie. Ohne zu viel zu spoilern: Selbst eine Szene, in der nur ein Hund gefüttert wird, ist einfach unglaublich lustig. Die Atmosphäre ist deutlich angenehmer als noch bei „The Hateful Eight“, der wesentlich düsterer daherkam. Es geht um Filmkulissen und ein fast schon absurdes Staraufgebot.

Regisseur Tarantino mit Hauptdarsteller Brad Pitt | © Sony Pictures

Tarantino ist mit „Once Upon a Time in Hollywood“ erneut ein Meisterwerk gelungen. Die Erwartungshaltung an seinen (nach eigener Zählweise) neunten Film war riesig, schließlich handelt er von Hollywood selbst und einen tragischen Moment, der der kalifornischen Filmoase ein Stück ihrer Unschuld genommen hat. Ähnlich wie bei „Inglourious Basterds“ schreibt Tarantino jedoch seine eigene Realität und hält sich nicht an die echten Geschehnisse der Tate-Morde. Und während der Besuch von Stuntman Cliff Booth auf der ehemaligen Filmranch und heutigen Hippie-Kommune alles auf ein packendes Finale hindeutet, ist das nur der Anfang von einem der besten Schlussakkorde, die es je auf die Kinoleinwand geschafft haben.

„Once Upon a Time in Hollywood“ läuft unter dem Titel „Tenkrát v Hollywoodu“ seit dem 15. August auch in tschechischen Kinos – in der englischsprachigen Originalfassung mit tschechischen Untertiteln.

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