Stark in Europa

Stark in Europa

Die tschechischen Klubs überraschen in der Europa-League-Gruppenphase

8. 10. 2015 - Text: Stefan WelzelText: Stefan Welzel; Foto: Jakub Brabec/Sparta Praha

Die Tabelle lügt nicht. In der tschechischen Synot Liga liegen mit Sparta Prag, Viktoria Pilsen und Slovan Liberec die Teams vorn, die auch auf europäischem Parkett oben mitspielen. Am Donnerstag vergangener Woche gelang Sparta in der Europa League ein überzeugender 2:0-Arbeitssieg gegen die Zyprioten von APOEL Nikosia, während Slovan mit dem 1:0 in Marseille die Sensation des Spieltages gelang. Viktoria Pilsen schlug sich wiederum achtbar gegen den spanischen Tabellenführer FC Villarreal und musste sich nur knapp mit 0:1 geschlagen geben.

„Villarreal ist von der Qualität her mit Barcelona vergleichbar. Die Spieler sind international vielleicht nicht ganz so bekannt, aber ihr Kombinationsspiel bewegt sich auf ähnlichem Niveau. Angesichts dieser Tatsache haben wir eine tolle Leistung gezeigt“, erklärte Pilsens Nationalverteidiger František Rajtoral am Tag nach der Niederlage. Das Siegtor für die Spanier erzielte der Brasilianer Léo Baptistão nach einem fantastischen Solo über das halbe Spielfeld. „Das hat er einfach toll gemacht. In dieser Szene wurde die individuelle Klasse des Gegners deutlich“, schwärmte Rajtoral in höchsten Tönen von Villarreals Spielmacher. In der Gruppe E stehen die Westböhmen mit drei Punkten hinter Leader Rapid Wien immer noch auf Rang zwei.

Für überschwänglichen Jubel in der Partie gegen Olympique Marseille sorgte Liberec-Verteidiger Vladimír Coufal. Im mit nur rund 10.000 Zuschauern spärlich besetzten Stade Vélodrome schloss der 23-Jährige einen der seltenen Konter seines Teams mit einem beherzten Flachschuss erfolgreich ab. Davor rannte der Tabellen-15. der französischen Liga vergeblich gegen die Defensivabteilung des tschechischen Pokalsiegers an. Vor allem Torhüter Tomáš Koubek zeichnete sich mehrfach mit tollen Paraden aus. „Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Allerdings haben wir heute auch einiges an Glück beansprucht“, räumte Slovans Trainer Jindřich Trpišovský nach der Partie ein. Liberec ist somit nach der Heimschlappe gegen den SC Braga aus Portugal zurück im Rennen um einen Platz in der K.o.-Runde.

Europäisch zu überwintern ist das erklärte Ziel von Vizemeister Sparta Prag. Und angesichts der Kräfteverhältnisse in Gruppe K mit den Gegnern aus Nikosia, Tripolis und Gelsenkirchen scheint diese Aufgabe lösbar. Die Hauptstädter spielten gegen APOEL routiniert und abgeklärt. Die Tore für die in allen Belangen stärkeren Prager erzielten Kehinde Fatai und Jakub Brabec in der 24. und 60. Minute. Spartas Trainer Zdeněk Ščasný lobte besonders seinen nigerianischen Edeljoker Fatai. „Er hat heute wirklich gut gespielt. Er brachte Schwung in unser Angriffsspiel“, so der 57-Jährige. Er attestierte aber seinem ganzen Team „die richtige Reaktion auf die enttäuschende 0:1-Niederlage gegen Slavia“ gezeigt zu haben.

Nun geht es für die Sparta in die beiden Duelle mit Gruppenfavorit Schalke 04. „Da wollen wir nicht einfach nur mitspielen, sondern auch Punkte holen. Dann sieht es gut aus mit einem der ersten beiden Gruppenplätze“, gibt sich Matchwinner Fatai zuversichtlich. Für Sparta bleibt zu hoffen, dass das Team sein Formhoch auch über die Nationalmannschaftspause retten kann, denn der nächste Spieltag in der Europa League steht erst in drei Wochen an.  



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