Spenden wird billiger

Spenden wird billiger

Mehrwertsteuer auf verschenkte Lebensmittel soll entfallen

27. 11. 2014 - Text: Corinna AntonText: ca/čtk; Foto: nasgrunt.cz

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit könnte die Änderung kommen, die viele Hilfsorganisationen schon lange auf ihrem Wunschzettel haben: Noch in diesem Jahr soll es für Hersteller und Händler in Tschechien einfacher und günstiger werden, Lebensmittel an Bedürftige zu spenden.

Die Generaldirektion für Finanzen bereite derzeit eine neue Regelung vor, bestätigte eine Sprecherin der Behörde in der vergangenen Woche. Diese soll es ermöglichen, dass die Mehrwertsteuer auf gespendete Lebensmittel künftig „null oder fast null“ betragen werde. Sie soll für Lebensmittel gelten, die bald ablaufen, oder aus anderen Gründen nicht mehr verkauft werden können, aber noch verwendbar sind.

Derzeit lautet die Regelung: Hersteller oder Händler, die Lebensmittel spenden, müssen dafür eine Mehrwertsteuer in Höhe von 15 Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises zahlen. Zudem müssen sie alles, was sie geben, in einer Spendenvereinbarung aufführen. Die Kosten und der bürokratische Aufwand schreckt potenzielle Wohltäter häufig ab. Die tschechische Regierung hatte die Regelung in der Vergangenheit mit EU-Vorgaben begründet. Allerdings gibt es in mehreren europäischen Ländern Ausnahmen, die gespendete Lebensmittel von der Mehrwertsteuer befreien.

Vertreter der Lebensmittelbranche begrüßten die angekündigte Änderung. Sie werde dazu beitragen, die Spendenbereitschaft zu steigern, sagte Irena Vlčková vom Handelsverband. Sprecher der Unternehmen Albert und Makro erklärten, dadurch würde die Zusammenarbeit mit den „Lebensmittelbanken“, die sich um die Sammlung und Verteilung gespendeter Nahrungsmittel an Hilfsorganisationen kümmern, gestärkt.

Erfreut zeigten sich auch die Organisatoren der diesjährigen „Nationalen Lebensmittelsammlung“. Am vergangenen Wochenende beteiligten sich an der Aktion mehr als 380 Händler, darunter Tesco, Kaufland, Albert und Globus. Im ganzen Land wurden 173 Tonnen Lebensmittel für Bedürftige gespendet. Einkäufer gaben 146 Tonnen, Firmen 25,5 Tonnen, der Rest wurde übers Internet gesammelt. 



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