Škoda will Jobs auslagern

Škoda will Jobs auslagern

Gewerkschaften drohen mit Streik

4. 2. 2015 - Text: Corinna Anton

Etwa 800 Gewerkschaftsmitglieder haben in der vergangenen Woche bei Škoda Auto gegen die Pläne des Unternehmens protestiert, einige Berufsgruppen in externe Firmen auszulagern. In angespannter Atmosphäre machten sie deutlich, dass sie bereit sind, zu streiken, um das Vorhaben der Geschäftsführung zu verhindern, schrieb die Wochenzeitung der Gewerkschaft „Škodovácký odborář“. Die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“ hatte zuvor berichtet, Škoda plane Hunderte Mitarbeiter auszulagern und einen Teil der Manager zu entlassen.

Škoda Auto steigerte seine Verkaufszahlen im vergangenen Jahr um etwa 13 Prozent auf 1,037 Millionen Fahrzeuge. Das sind so viele wie noch nie. Unternehmenschef Winfried Vahland sagte jedoch gegenüber der „Mladá fronta Dnes“, dass die nächsten zehn Jahre die schwerste Dekade in der Geschichte des Unternehmens würden. Die Auslagerungspläne sollen den Automobilhersteller darauf vorbereiten. Sie dienten dazu, die Effektivität zu steigern, so Vahland.

Dem Plan zufolge will sich das Unternehmen selbst weiterhin vor allem den Tätigkeiten widmen, die direkt mit der Produktion zusammenhängen. Andere Dienstleistungen sollen externen Firmen überlassen werden. Die Auslagerungen könnten wahrscheinlich etwa 800 von 24.000 Angestellten betreffen.

Ein Sprecher des Automobilherstellers versicherte, es seien keine Entlassungen geplant. „Falls es zur Auslagerung bestimmter Tätigkeiten kommen sollte, wird kein Angestellter um seinen Arbeitsplatz kommen. Er erhält entweder ein neues Stellenangebot bei Škoda Auto, oder er wird bei einem Zulieferer weiterbeschäftigt, bei dem ihm dieselben Bedingungen garantiert werden wie bisher“, so der Sprecher. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.

Die Mitarbeiter fürchten, dass die Zahl der Stellen reduziert, die Löhne gekürzt und Zusatzleistungen eingeschränkt werden könnten. Auf einer Versammlung einigten sie sich in der vergangenen Woche, dass sie die geplanten Schritte ablehnen und darauf vorbereitet sind, sich ihnen entgegenzustellen. „Wir sind auch bereit, gegen die Auslagerung zu streiken“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Jaroslav Povšík. Um ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen, kamen auch Gewerkschaftler aus den Werken in Vrchlabí und Kvasiny zum Unternehmenssitz ins mittelböhmische Mladá Boleslav.

Škoda Auto gehört zu den größten Arbeitgebern in Tschechien. Allein in Mladá Boleslav beschäftigt das Unternehmen etwa 20.000 Menschen. Seit der vergangenen Woche verhandeln Gewerkschaftsvertreter und Unternehmensführung über neue Tarife für die Angestellten. Die Arbeitnehmervertreter wollen einen höheren Lohnzuwachs erreichen als im zurückliegenden Jahr. Damals stiegen die Gehälter um zwei Prozent, zudem erhielt jeder tariflich Beschäftigte einen Bonus in Höhe von 16.000 Kronen. Der durchschnittliche Bruttolohn eines Arbeiters bei Škoda Auto beträgt etwa 34.000 Kronen (etwa 1.200 Euro) im Monat. Zum Vergleich: In der Region Mittelböhmen verdienen die Menschen dem tschechischen Statistikamt zufolge etwa 25.000 Kronen (knapp 900 Euro).



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