Qualitätsbewusstsein fördern

Qualitätsbewusstsein fördern

Aufklärungskampagne für EU-geschützte Produkte

28. 11. 2012 - Text: Ivan DramlitschText: id/čtk; Foto: MKV

Karlsbader Oblaten, Pardubitzer Lebkuchen oder Budweiser Bier sind allen Tschechen ein Begriff. Dass es sich bei diesen Produkten gleichzeitig um EU-geschützte Herkunftsbezeichnungen handelt, wissen allerdings nur wenige tschechische Verbraucher. Eine von der EU, dem tschechischen Staat und mehreren Lebensmittelherstellern finanzierte Aufklärungskampagne soll das ändern und das Bewusstsein in Bezug auf die EU-Schutzmarken stärken.

„Wir wollen die Öffentlichkeit mit dem europäischen Bezeichnungssystem bekanntmachen und natürlich Interesse für diese Qualitätsprodukte wecken. Auch die Hersteller werden mit Sonderaktionen auf ihre besonderen Produkte aufmerksam machen“, so der Präsident der Tschechischen Lebensmittelkammer Miroslav Toman. Außer Werbung in Presse, Fernsehen und Internet sollen auch unterschiedliche Seminare für Fachleute und interessierte Laien angeboten werden. Insgesamt wird dieses auf drei Jahre angelegte Programm rund zwei Millionen Euro kosten.

Die EU unterscheidet drei verschiedene Registrierungen: geschützte Ursprungsbezeichnung (PDO), geschützte geografische Angabe (PGI) und garantierte traditionelle Spezialität (TSG). Die beiden erstgenannten garantieren, dass das Produkt gänzlich oder teilweise in einer bestimmten geografischen Region hergestellt wird. Als garantierte traditionelle Spezialitäten werden wiederum Lebensmittel bezeichnet, deren Zusammensetzung oder Herstellungsverfahren auf nachweislich traditionellen Rezepturen beruhen.

Insgesamt verzeichnet die EU europaweit rund 1.000 solcher Produkte, aktuell stammen 32 davon aus Tschechien. Dazu gehören beispielsweise auch Olmützer Quargel (ein Sauermilchkäse), Wittingauer Karpfen, Saazer Hopfen oder Tschechisches Bier. Vergangenes Jahr sind unter anderem die Jägersalami (Lovecký salám) und die Speckwurst (špekáčky) hinzugekommen. Zukünftige Adepten auf eine EU-Schutzbezeichnung sind zum Beispiel der Prager Schinken oder die mährische Kuchenspezialität „Valašský frgál“.

Laut Kammerchef Toman stellen die geschützten Bezeichnungen für den Verbraucher ein wichtiges Hilfsmittel dar, mit denen man hochwertige und traditionell hergestellte Lebensmittel erkennt. Das werde in Zeiten, in denen aufgrund der wirtschaftlichen Lage verstärkt billige und minderwertige Produkte die Supermarktregale erobern, immer wichtiger, so Toman. Auch in Brüssel scheint man das so zu sehen: „Die EU schenkt solchen Aufklärungskampagnen in letzter Zeit immer mehr Aufmerksamkeit“, bestätigt die Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums, Kateřina Böhmová. Dabei übernimmt Brüssel 50 Prozent der Kosten, 30 Prozent schießt der Staat zu und den Rest finanziert die Organisation, die das Projekt beantragt hat. In der Vergangenheit wurde auf diese Art und Weise für Honig geworben, zur Zeit läuft eine Kampagne für Rapsöl. Demnächst werden auch die tschechischen Milchproduzenten einen Antrag in Brüssel stellen, um den Export ihrer Erzeugnisse in Drittländer, vor allem in die Ukraine und nach Russland, zu unterstützen.



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