Prost, Asahi!

Prost, Asahi!

Japanische Brauerei kauft Pilsner Urquell. Experten werten das als gute Nachricht

15. 12. 2016 - Text: Katharina Wiegmann

Ein Stück tschechischer ­Nationalstolz ist bald in japanischer Hand. Die Brauerei Asahi wird Pilsner Urquell und mehrere andere osteuropäische Biermarken kaufen, darunter Tyskie und Lech aus Polen sowie Dreher aus Ungarn. Dass sich Asahi mit dem bisherigen Besitzer AB InBev einig wurde, gab die Sprecherin der Pilsner Brauerei Jitka Němečková am Dienstag bekannt. Rund 7,3 Milliarden Euro will Asahi für den Deal bezahlen.

Möglich wurde das Geschäft durch eine Fusion in einer ganz anderen Größenordnung: Rund 94 Milliarden Euro lässt sich die größte Brauereigruppe der Welt AB InBev die Übernahme des bisherigen Konkurrenten SABMiller kosten.

Die EU-Kommission meldete im vergangenen Oktober wettbewerbsrechtliche Bedenken an. AB InBev sollte sich von großen Teilen seines Europageschäfts trennen, bevor der Deal genehmigt würde. Für den japanischen Konzern Asahi bedeutet der osteuropäische Markt eine Chance, das schleppende Wachstum zu Hause auszugleichen. In Pilsen wollte man die Übernahme zwar nicht kommentieren, Fachleute werteten den Kauf der Japaner aber als gute Nachricht für die Brauerei.

„Asahi war eigentlich der einzige Bierhersteller unter den Bietern, bei den anderen handelte es sich eher um Investitionsgesellschaften“, kommentierte der Vorsitzende des „Vereins der Freunde des Bieres“ Tomáš Erlich die Übernahme. Auch der Chefredakteur der Zeitschrift „Pivo, Bier & Ale“ Pavel Borowiec macht sich in dieser Woche keine Sorgen um die Zukunft von Pilsner Urquell. „Die Übernahme war monatelang vorbereitet.“ Asahi könne dem Pilsner Bier ein gutes Distributionsnetzwerk in Fernost bieten. In Europa könne der Bierkonsum ohnehin nicht mehr gesteigert werden; Asien und Afrika seien heute die interessanten Märkte für den Export.



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