Preis-Boom der Künste

Preis-Boom der Künste

Der tschechische Auktionsmarkt hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt

26. 2. 2014 - Text: Franziska NeudertText: fn/čtk; Bild: Ausschnitt aus „Kontemplace“ von Josef Čapek/Sotheby´s

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Unfassbare Beträge flossen 2013 auf dem internationalen Kunstmarkt. Mit einem Umsatz von 12 Milliarden US-Dollar (8,7 Milliarden Euro) brach er damit seinen bisherigen Rekord und bescherte dem Kunsthandel einen weiteren Superlativ. „Drei Studien von Lucian Freud“ kam für 142 Millionen US-Dollar (etwa 103 Millionen Euro) unter den Hammer. Das Triptychon von Francis Bacon ist damit das teuerste Gemälde, das je bei ­einer Versteigerung veräußert wurde.

Einen Rekord brachte das abgelaufene Jahr auch dem tschechischen Auktionshandel. Mit insgesamt 946 Millionen Kronen (etwa 34,5 Millionen Euro) Umsatz schneidet er im internationalen Vergleich zwar eher bescheiden ab – der chinesische Kunstmarkt zum Beispiel liegt mit 4 Milliarden US-Dollar (2,9 Milliarden Euro) weit außer Reichweite – doch zeigen sich auch hierzulande steigende Tendenzen.

Eine entsprechende Prognose ergaben die Zahlen, die das Internetportal „Artplus.cz“, das sich mit den Entwicklungen auf dem Kunstmarkt beschäftigt, in der vorigen Woche bekanntgab. Auf insgesamt 60 Auktionen konnte die Anzahl versteigerter Kunstwerke 2013 um sieben Prozent erhöht werden. „Gegenüber dem Vorjahr, als sich der Gesamtumsatz im Vergleich zu 2011 um mehr als ein Drittel steigerte, bedeutet das zwar eine gewisse Verlangsamung“, erklärt Jan Skřivánek, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Art&Antiques“. Dennoch käme es weniger auf den hohen Umsatz an denn auf die Entwicklung des Auktionswesens. Die positivste Quintessenz aus der Statistik sieht Skřivánek demzufolge in der „wachsenden Kultivierung“ des Auktionsmarktes.

Ungefähr 22.000 Kunstwerke und Antiquitäten wurden 2013 in den tschechischen Auktionshäusern zum Verkauf angeboten. Etwa 43 Prozent davon – also rund 10.000 Objekte – fanden einen neuen Eigentümer. Für 157 Werke gaben Kunstliebhaber mehr als eine Million Kronen (rund 36.000 Euro) aus. Das entspricht zwar lediglich 1,6 Prozent aller versteigerter Objekte, macht dennoch zugleich mehr als die Hälfte des insgesamt erreichten Betrags aus. Mehr als 100.000 Kronen waren den Sammlern 782 Objekte wert. Der Durchschnittspreis eines versteigerten Stücks lag bei 43.000 Kronen (etwa 1.600 Euro). Laut Skřivánek spiegele dies nicht nur die steigenden Preise wider – im Vorjahr lag er durchschnittlich bei 35.000 Kronen – sondern auch eine bessere Qualität der Werke.

Die außergewöhnliche Qualität und Bandbreite der tschechischen Kunst würde auch auf ausländischen Märkten zunehmend geschätzt. „Artplus.cz“ zufolge tauchten im vergangenen Jahr mehr Kunstwerke tschechischer Provenienz auf als jemals zuvor. Neben bekannten Namen wie Alfons Mucha und Toyen finden sich auch die Werke weniger berühmter Künstler wie Josef Čapek und Zdeněk Sýkora.

Teuerstes im Ausland versteigertes tschechisches Gemälde aller Zeiten ist mit 2,25 Millionen Euro „Studie na červeném pozadí“ („Studie auf rotem Hintergrund“) von František Kupka, das im Juni 2013 bei Sotheby’s einen neuen Besitzer fand. Das kostspieligste tschechische Gemälde, das innerhalb der Landesgrenzen je versteigert wurde, stammt ebenfalls von Kupka. „Tvar modré“ („Blaue Form“) ging im Frühjahr 2012 für 55 Millionen Kronen (rund 2 Millionen Euro) an einen neuen Besitzer.