Platz für Musik

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Die Brünner Philharmonie hat keine Heimspielstätte. Das soll sich nun ändern

15. 3. 2016 - Text: Franziska NeudertText: fn/čtk; Foto: Filharmonie Brno

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Wie klingt die Brünner Philharmonie? In Brünn selbst könne man das nicht herausfinden, meint die Initiative „Sál pro Brno“ („Konzertsaal für Brünn“). Denn das Orchester der zweitgrößten Stadt im Land hat keine geeignete Spielstätte. Der bisherige Sitz der Philharmonie, das Besední dům, ist für die 112 Mitglieder des Ensembles zu klein. „Das gesamte Orchester passt nicht auf die Bühne, es kann dort nur in Kammerbesetzung spielen. Und im Janáček-Theater, wo es deshalb oft auftritt, sind die akustischen Voraussetzungen ungünstig“, beklagt „Sál pro Brno“. Seit mehreren Jahren fordert die Initiative den Bau einer geeigneten Spielstätte.

Ein neuer Konzertsaal soll im Stadtzentrum entstehen und etwa 1,3 Milliarden Kronen (rund 48 Millionen Euro) kosten. Wäre das Geld vorhanden, könnte Ende 2019 ein Kulturhaus mit 1.205 Sitzplätzen eröffnen.

Mit der Finanzierung will sich auch die Regierung beschäftigen. Bei einem Treffen mit Kulturminister Daniel Herman (KDU-ČSL), dem Hauptmann des Südmährischen Kreises Michal Hašek (ČSSD) und dem Brünner Oberbürgermeister Petr Vokřál (ANO) am Donnerstag vergangener Woche sagte Premier Bohuslav Sobotka (ČSSD) dem Vorhaben seine Unterstützung zu. „Die Regierung wird nach Möglichkeiten zur Finanzierung des Projekts suchen. Das ist nicht nur für Brünn und den Kreis Südmähren von Bedeutung, sondern für die gesamte Republik“, so Sobotka.

Die Beteiligten bestätigten zwar ihr Interesse am Janáček-Kulturzentrum, wie das künftige Gebäude heißen soll. Über die konkrete Finanzierung sprachen sie jedoch nicht. Eine Arbeitsgruppe soll zunächst einen Plan entwerfen, mit dem sich dann die Regierung beschäftigen will. Mit dem Konzept rechne man innerhalb der ersten Jahreshälfte, sagte Regierungssprecher Martin ­Ayrer. Die Direktorin der Brünner Philharmonie Marie Kučerová begrüßte die Entscheidung. „Wir haben keinen Ort, an dem wir in großer Besetzung spielen können und wir können noch nicht einmal internationale Künstler einladen, weil wir nicht wissen, wohin mit ihnen“, so Kučerová.