Nachrichten aus Kultur und Kunst

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Daniela Hodrová erhält Literaturpreis

25. 10. 2012 - Text: Franziska NeudertText: čtk/fn

Die Prager Autorin und Literaturwissenschaftlerin Daniela Hodrová  ist Preisträgerin des Franz-Kafka-Preises 2012. Wie die Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag bekanntgab, würdige sie damit die Schriftstellerin für deren außerordentliches literarisches Schaffen. Hodrová veröffentlichte zahlreiche Romane und Fachbücher. Bekannt wurde die 66-Jährige vor allem mit ihren theoretischen Abhandlungen über Bedeutung und Form des sogenannten Initiationssujets in der Literatur. Der Franz-Kafka-Preis wird seit 2001 jährlich verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören beispielsweise Václav Havel, Peter Handke und Philip Roth. Der Preis ist mit 10.000 US-Dollar dotiert; zur internationalen Jury gehören unter anderem Marcel Reich-Ranicki und Peter Demetz. Die feierliche Übergabe des Literaturpreises an Hodrová findet am Donnerstag, 25. Oktober 2012 um 17 Uhr im Brožík-Saal des Altstädter Rathauses in Prag statt. 

Alte Meister neu zugänglich
Die Nationalgalerie im Sternberg-Palais der Prager Burg hat den letzten Abschnitt ihrer ständigen Ausstellung Alter Meister eröffnet. In den betreffenden Räumen sind Exponate der europäischen Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts zu sehen, unter anderem Werke von Rembrandt, Hals, Tintoretto, Tiepolo, Rubens, El Greco und Goya. Erneuerte Informationstafeln ergänzen die Angaben zu den ausgestellten Gemälden und Skulpturen um weitere Erläuterungen zu historischem und künstlerischem Kontext. Nach der Finissage der  letzten temporären Ausstellung „Rembrandt & Co.“ im Mai dieses Jahres hatte die Nationalgalerie Prag eine Unterbrechung genutzt, um ihre Räumlichkeiten neu zu organisieren. Derzeit bietet eine Gemäldeschau Einblick in die österreichische und deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts. 

Spektakulärer Fund
Im südmährischen Mikulčice haben Archäologen Bruchstücke des Fundaments der sogenannten ersten Brücke zum Fort Valy freigelegt. Die Brücke maß vermutlich 40 Meter Länge und war auf Eichen-Stelzen errichtet, sie glich damit den Holzbrücken der Kelten und Römer. Die Burganlage von Valy zählt zu den bedeutendsten Festungsanlagen des Großmährischen Reiches. Sie befand sich zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert nahe dem heutigen Mikulčice. Seit 1954 forschen Archäologen auf dem etwa 10 Hektar großen Areal. Bisher legten sie die Fundamente von zwölf Sakralbauten mit ihren Begräbnisstätten, eines Fürstenpalastes und mehrerer Wohnanlagen frei. Die altslawische Siedlung gilt als einzigartig, da sie nicht nur Herrschersitz darstellte, sondern zugleich Elemente der Stadtagglomeration aufwies. Wie Funde nahelegen, war sie militärisches und politisches Zentrum der damals herrschenden Mojmiriden. Seit mehreren Jahren bemüht sich das tschechische Kultusministerium um einen Eintrag der Burganlage auf die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO, verschob den Antrag jedoch beständig.

Tschechische Avantgarde in Pilsen
Mit der Ausstellung „Rhythmus – Bewegung – Licht“ präsentiert die Westböhmische Galerie in Pilsen (Západočeská galerie) bedeutende Bildwerke und Skulpturen der tschechischen Kunst aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Unter den insgesamt 120 Exponaten befinden sich Werke zentraler Künstlerpersönlichkeiten wie Emil Filla, František Kupka, Otto Gutfreund, Bohumil Kubišta und Josef Čapek. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage nach der Darstellung und Evokation von Bewegung und Geschwindigkeit im Kunstwerk – eine Aufgabe, der sich vor allem der italienische Futurismus verschrieb. Ziel der Kuratoren sei es ferner aufzuzeigen, inwiefern die ausgestellte tschechische Avantgarde Ideen des italienischen Futurismus widerspiegelt. Die Ausstellung läuft bis zum 13. Januar 2013.



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