„Möglichst verständlich und unterhaltsam“

„Möglichst verständlich und unterhaltsam“

Die geschäftsführende Direktorin der Quadriennale Daniela Pařízková im Gespräch

3. 6. 2015 - Text: Stefan WelzelInterview: Stefan Welzel; Foto: pq

 

Die Prager Quadriennale ist geprägt von einem genreübergreifenden Programm mit klassischen Theateraufführungen, Lesungen, Design-Workshops und vielem mehr. Wie würden Sie einem Laien den Kern Ihres Festivals beschreiben?

Daniela Pařízková: Die Quadriennale lässt sich am besten als Szenografie-Event charakterisieren. Wir sind bemüht, einer breiten Öffentlichkeit Entwicklungen in den Bereichen Theater, Musik, Design und Architektur möglichst verständlich und unterhaltsam zu vermitteln. Das alles stellen wir in den Kontext des jeweiligen Veranstaltungsorts. Den Hauptteil der Prager Quadriennale bildet die Sektion „Länder und Regionen”. Den Besucher erwartet hierbei eine riesige Fülle an szenografischen Aktionen und interaktiven Installationen aus aller Welt. Da ist für wirklich jeden etwas dabei, das begeistert, überrascht, unterhält und inspiriert.

Welches sind Ihre wichtigsten Ziele und Anliegen als Direktorin der Quadriennale?

Pařízková: Wir arbeiten seit drei Jahren an der größten In­stallationskampagne, die Prag bis heute erlebt hat. Mehr als 1.000 Künstler bereiten ihre Projekte in Räumlichkeiten vor, die normalerweise für andere Zwecke als für Kulturveranstaltungen genutzt werden. Unser Ziel ist es, dass all diese außergewöhnlichen Events reibungslos ablaufen und wir die Besucherzahl von 50.000 knacken.

Welche Themen stehen dieses Mal im Mittelpunkt?

Pařízková: Wir möchten Teilnehmer und Besucher mit dem Themenblock „Geteilter Raum: Musik–Wetter–Politik“ inspirieren. Viele der Veranstaltungen finden bewusst nicht in geschlossenen Räumen statt. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Theater auch auf der Straße und auf den Plätzen, im Park oder zum Beispiel im Schwimmbad gespielt werden kann. Dabei wird Musik in unterschiedlichsten Formen erklingen und auf vielfältige gesellschaftspolitische Fragen eingegangen. All das ist einem wechselvollen Wetter unterworfen – deswegen auch der etwas sonderbare Titel unseres Schwerpunktes.

Der Theatertheoretiker Alan Reads nannte das Schauspiel in Anbetracht der digitalen Revolution als „letztes menschliches Refugium“. Welche Funktion hat für Sie die Live-Performance im 21. Jahrhundert?

Pařízková: Auf diese Frage bekommen wir während der Quadriennale hunderte unterschiedliche Antworten. Viele der präsentierten Konzepte sind von den aktuellsten technischen Errungenschaften stark beeinflusst. Die Zuschauer werden mittels iPad oder Smartphone sogar in manche der Vorführungen eingebunden. Aber dennoch bleibt die persönliche, unmittelbare physische Erfahrung des Theaters das wichtigste und beeindruckendste Element dieser Kunstform.



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