Mobilfunkanbieter suchen neue Einnahmequellen

Mobilfunkanbieter suchen neue Einnahmequellen

Internetportale sollen zukünftig für Datenübertragung zahlen. ČTÚ will Netzneutralität wahren

31. 7. 2013 - Text: Jakob MatheText: Jakub Mathe; foto: Robert Müller/pixelio

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Das tschechische Telekommunikationsamt (ČTÚ) will eine Regelung einführen, die Anbietern von mobilem Internet das Blockieren bestimmter Seiten untersagt. Kunden soll somit weiterhin ein uneingeschränkter Internetzugang garantiert werden. Das berichtete das Nachrichtenportal „ihned.cz“. Weltweit surfen immer mehr Menschen mit ihrem Smartphone im Internet, auch in Tschechien. Dienste wie Telefonieren und das Versenden von SMS verlieren hingegen an Bedeutung.

In den USA sind die Einnahmen der Mobilfunkanbieter durch Telefongebühren und Datenübertragung bereits fast ausgeglichen. In Tschechien fahren die Anbieter heute durch Daten- und SMS-Verkehr rund ein Drittel ihrer Gewinne ein. Da die Bereitstellung einer schnellen Datenübertragung für die Operatoren immer wichtiger wird, benötigen diese für den Netzausbau dringend Geld, das sie sich nicht nur bei ihren Kunden holen wollen. Auch Internetportale wie zum Beispiel „Youtube“ sollen durch Gebühren zum Zahlen bewegt werden. Bei diesem Vorhaben bekommen die Mobilfunkanbieter Unterstützung von der Europäischen Kommission. Diese kommt in einer geplanten Verordnung zu dem Schluss, dass Internetportale für eine bessere Datenübertragung gegenüber konkurrierenden Seiten bezahlen sollen.

Für private Mobilfunknutzer könnte der Trend der Vergebührung von Internetdiensten bald ebenfalls spürbar werden. In Zukunft soll nicht mehr nur das Volumen der Datenübertragung berechnet werden, sondern auch Geschwindigkeit und Qualität. Außerdem haben Mobilfunkanbieter bereits Tarifentwürfe für die mobile Nutzung von bislang kostenlosen Internetseiten wie „Facebook“ präsentiert. Des Weiteren planen sie konkurrierende Dienste wie „Skype“ zu blockieren. Dieser Plan stößt jedoch auf Widerstand. Kritiker fordern den unbegrenzten Zugang zu allen Internetseiten. Sie fürchten eine Einschränkung des freien Internetverkehrs und damit der Verletzung des Prinzips der Netzneutralität.Diese Sorgen teilt auch das ČTÚ.