Mit Kampfgeist und Geduld

Mit Kampfgeist und Geduld

Die tschechischen Floorball-Herren gewinnen bei der Weltmeisterschaft Bronze

18. 12. 2014 - Text: Stefan WelzelText: Stefan Welzel; Foto: Radim Cepek/Luděk Kovář, Wikimedia Commons

Von 6. bis 15. Dezember ging in Göteborg die zehnte Weltmeisterschaft im Floorball über die Bühne. Den Sieg holte sich am vergangenen Sonntagabend Rekordweltmeister Schweden (bisher sieben Titel). Mit einem 3:2 gegen Finnland sicherten sich die Gastgeber den achten Titel. Kurz zuvor gewannen die Tschechen im Spiel um Platz drei gegen die Schweiz zum dritten Mal nach 2004 und 2010 Edelmetall. In einem spannenden Duell auf Augenhöhe rangen sie die Eidgenossen mit 4:3 nieder und holten Bronze.

Für Tschechiens jungen Trainer Radim Cepek war es ein sehr erfolgreiches Debüt als Verantwortlicher an der Seitenlinie. Der 39-Jährige aus Havířov in Ostmähren gehörte zu den herausragenden tschechischen Spielern seiner Generation. Der ehemalige Stürmer gewann bei der WM vor zehn Jahren als Aktiver bereits einmal Silber, nun durfte er sich wieder eine Medaille umhängen lassen. Das glückliche Ende musste aber hart erarbeitet und erduldet werden. Nach dem ersten Drittel lag die tschechische Auswahl mit 0:2 im Rückstand. „Der Beginn war nicht überzeugend. Da waren wir nicht auf hundert Prozent Leistung. Was das Team danach aber gezeigt hat, war kämpferisch und taktisch einwandfrei“, so Cepek. Damit sprach er die eindrucksvolle Aufholjagd zum 2:2, die spätere Wende vom neuerlichen Rückstand zum 4:3 sowie das souveräne Verwalten des knappen Vorsprungs im letzten Drittel an.

Als wichtigste tschechische Leistungsträger erwiesen sich dabei Torhüter Tomáš Kafka, Siegtorschütze und Stürmerstar Matěj Jendríšák sowie Kapitän Jan Jelínek. „Wir haben gesehen, dass wir ein gut funktionierendes Team haben. In Zukunft werden wir aber noch mehr an unserer Technik, Abgeklärtheit und Fitness arbeiten müssen, wenn wir irgendwann mal auch die Schweden schlagen wollen“, blickte Cepek nach vorn.

Hoher Stellenwert
Es sind stets die gleichen vier bis fünf Nationen, die die Medaillengewinner bei internationalen Wettkämpfen unter sich ausmachen. Was vielerorts ein Randsport ist, genießt in Skandinavien, Tschechien und der Schweiz einen hohen Stellenwert. Bisher fanden alle neun Weltmeisterschaften in diesen Regionen und Ländern statt. Die Sieger kamen ausschließlich aus Schweden und Finnland.

Die „Tre Kronor“-Auswahl gilt als Maß aller Dinge, gewinnt Spiele gegen Deutschland oder die starken Schweizer auch mal mit 13:3 oder 10:1. Letzteres sogar im Halbfinale dieser WM. Die Tschechen setzten alles daran, auf ein ähnliches Niveau zu kommen, aber die Schweden seien wie eine Dampfwalze, erklärte Cepek.

Nun hat der Nationaltrainer zwei weitere Jahre Zeit, um seine noch recht junge Mannschaft auf das nächste globale Turnier vorzubereiten. 2016 findet die Weltmeisterschaft in Lettland statt. 2018, so gab die International Floorball Federation (IFF) in der vergangenen Woche bekannt, wird Prag Gastgeber des Turniers sein. Spätestens dann möchten Cepek und seine Mannschaft den Schweden ernsthaft Paroli bieten können.



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