Meisterliche Gefühle

Meisterliche Gefühle

Nach dem Klassenerhalt des FC Augsburg denkt Jan Morávek über eine vorzeitige Vertragsverlängerung nach

22. 5. 2013 - Text: Marcus HundtText: mh/čtk; Foto: fcaugsburg.de

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Nach der Hinrunde hatten die meisten Experten den FC Augsburg bereits abgeschrieben. Mit neun Punkten und nur einem Sieg in 17 Spielen lag der Aufsteiger aus Schwaben abgeschlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz – zehn Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt. Die zweite Saison in der Fußball-Bundesliga schien gleichzeitig die vorerst letzte gewesen zu sein. Doch nach der Winterpause präsentierte sich Augsburg dann von einer anderen Seite: Sieben Siege und 24 Punkte bedeuteten Platz sieben in der Rückrundentabelle. Mit dem 3:1-Heimsieg gegen Greuther Fürth schaffte der FCA am vergangenen Samstag die Sensation und lag am letzten Spieltag mit 33 Punkten vor Hoffenheim, Düsseldorf und Fürth. Auch die kommende Saison wird Augsburg im Fußball-Oberhaus vertreten sein.

Nachdem feststand, dass der Verein den Klassenerhalt geschafft hatte, versank die Stadt Augsburg im Freudentaumel. Und auch für die Spieler hatte in diesem Moment die Party begonnen. Der tschechische Mittelfeldspieler Jan Morávek, der zu Saisonbeginn vom FC Schalke 04 zum FC Augsburg gewechselt war, fühlte sich wie ein Spieler des FC Bayern München. „Ich habe mich wirklich so gefühlt, als ob wir die Meisterschaft gewonnen hätten. Nur wenige haben an uns geglaubt. Aber wir haben uns nicht verrückt machen lassen, und nun sind wir gerettet“, sagte der 23 Jahre alte Prager nach dem Abpfiff. „Der Sieg bei Fortuna Düsseldorf gleich zum Rückrundenauftakt hat uns das Gefühl gegeben, dass noch nicht alles verloren ist. Und plötzlich haben wir auch auf spielerischem Niveau enorm zugelegt“, so Morávek, der Anfang Februar gegen den VfL Wolfsburg sein erstes und bislang einziges Tor für den FCA erzielte.

Morávek wechselte im Jahr 2009 vom damals erstklassigen Bohemians 1905 Prag in die Bundesliga. Dort spielte er für den FC Schalke 04 und auf Leihbasis für den 1. FC Kaiserslautern, bevor er im Januar 2012 schließlich an den FC Augsburg ausgeliehen wurde. Im Sommer vorigen Jahres wechselte er für eine Ablösesumme von 700.000 Euro endgültig zu den Schwaben und unterschrieb dort einen Zweijahresvertrag.

Auf die Frage, ob er auch in der zweiten Liga das FCA-Trikot getragen hätte, will der dreimalige Nationalspieler, den in seiner noch jungen Karriere immer wieder Verletzungssorgen plagten, keine direkte Antwort geben: „Das wäre eine wichtige Entscheidung gewesen, weil es meiner Freundin und mir in Augsburg sehr gut gefällt. Dass ich nun nicht in diese Zwickmühle geraten bin, ist einfach grandios.“ An einen Abschied denkt der Offensivspieler nicht. Im Gegenteil: „Jetzt können wir uns eher über eine Verlängerung meines Vertrages unterhalten.“