Lukrative Krämerläden

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Makro will mit Franchise-Konzept vor allem vietnamesische Einzelhändler ansprechen

10. 10. 2012 - Text: Bernd RudolfText: Bernd Rudolf; Foto: cerme.cz

Man findet sie in wohl jeder tschechischen Stadt: die sogenannte Večerka, kleine Lebensmittelgeschäfte, die die wichtigsten Waren für den täglichen Bedarf anbieten. Meist sind es Vietnamesen, die bis in die späten Abendstunden sowie an Sonn- und Feiertagen hinter der Ladentheke stehen.

Die Bedeutung der meist von Familien geführten Unternehmen hat nun auch der Großhändler Makro erkannt und ein Franchise-Konzept entwickelt, dass vor allem jene Vietnamesen ansprechen soll. Unter der einheitlichen Marke „Daily Fresh Stores“ plant die tschechische Tochter der in Düsseldorf ansässigen Gesellschaft Metro, den Gemischtwarenläden ein modernes Flair zu verleihen. „Es gibt eine Menge kleiner Läden, die untereinander nur mit dem Preis konkurrieren. Wir bieten ihnen ein einheitliches Design und moderne Verkaufsräume“, erklärt der Leiter der „Daily Fresh Stores“, Martin Cozl das Franchise-Konzept gegenüber der Tageszeitung „Hospodářské noviny“. Damit reagiert das Unternehmen auf den starken Wettbewerb im Einzelhandel. Bereits seit 2011 betreibt die britische Supermarktkette Tesco mit „Žabka“ ein ähnliches Konzept.

Laut Makro sollen nun mit Unterstützung eines großen Handelsunternehmens die derzeit unabhängigen Lädenfür die zunehmende Konkurrenz gerüstet werden. Die entsprechenden Marketingmaßnahmen will Makro dafür zur Verfügung stellen.

Umsätze sinken
Angesichts des rückläufigen Marktes kann das neue Konzept für viele Händler eine Chance sein, sich auf dem Markt zu behaupten. Zwar sei  der Umsatz im Einzelhandel im August laut Angaben des Chefanalysten der Raiffeisenbank, Michal Brožka, gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen. Erfreulich sei diese Zahl dennoch nicht. „Angesichts der Tatsache, dass wir im Juli ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Juni hatten, ist das Ergebnis schwach“, so Brožka.

Mit dem Konzept verfolgt Makro natürlich auch eigene Interessen, indem es die Kunden stärker an sich binden will. Schon seit langem zählen Vietnamesen zu den wichtigsten Abnehmern von Makro. Im Jahr 2011 machten die Einkäufe vietnamesischer Einzelhändler 18 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Cozl rechnet daher damit, dass rund 90 Prozent der Franchise-Nehmer auch Vietnamesen sein werden.

Derzeit seien drei „Daily Fresh Stores“ in Vorbereitung. Wie viele es zum Jahresende sein werden, kann Cozl noch nicht sagen. „Die Konkurrenz unter den Vietnamesen-Läden ist hoch und die Leute können ihren Schwerpunkt selbst setzen. Daher glaube ich, dass das Interesse groß sein wird“, so Cozl.