Im Klang- und Bilderkosmos

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Das Tanzprojekt „Motion Scores“ bringt internationale Tänzer und tschechische Komponisten zusammen

5. 11. 2014 - Text: Franziska NeudertText: Franziska Neudert; Foto: ProArt

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Zehn tschechische Komponisten, zehn Choreografen und ein zehnjähriges Jubiläum – so lassen sich die Eckdaten zur Tanzaufführung „Motion Score“ umreißen. Für das ungewöhnliche Projekt engagierte der Tänzer und Choreograf Martin Dvořák neun weitere Künstler, um zur Musik tschechischer Tonschöpfer eine Choreografie zu gestalten. Entstanden ist ein Mosaik aus zehn Tanzminiaturen, die einen einzigartigen Blick in die künstlerische Tradition ihrer jeweiligen Urheber preisgeben und auf das vereinende Band der Musik verweisen.

Die Idee zum Projekt kam Dvořák anlässlich des Jahres der tschechischen Musik und des zehnjährigen Bestehens des Kulturvereins ProArt, der über Tanz, Theater und Musik einen Dialog zwischen den Künsten schaffen will. Seit 2004 ist der gebürtige Brünner als künstlerischer Leiter für den Verein tätig. Wie Dvořák erklärt, stellt „Motion Scores“ einen Versuch dar, Choreografen mit unterschiedlichem künstlerischem Hintergrund zur Arbeit mit klassischer tschechischer Musik aus dem 20. Jahrhundert zu inspirieren. „Meine ursprüngliche Absicht war es, innerhalb eines Abends die gesamte Entwicklung der tschechischen Musik nachzuzeichnen, aber das war zu komplex. Am Ende entschied ich mich für eine Epoche, die für die tschechische klassische Musik besonders grundlegend ist – und das war das 20. Jahrhundert“, so Dvořák. Er wählte die Stücke dreier großer Bekannter aus – Antonín Dvořák, Leoš Janáček und Bohuslav Martinů – und stellte ihnen die weniger berühmten Komponisten Vítězslav Novák, Bohuslav Foerster, Josef Suk, Jaroslav Ježek, Pavel Haas, Hans Krása und Vítězslava Kaprálová an die Seite.

Am Projekt beteiligten sich Choreografen aus Tschechien, Österreich, Israel, England, Deutschland, Malaysia sowie der Slowakei und der Schweiz. An ihren Werken arbeiteten sie getrennt voneinander. Dvořák fügte sie zu einem Stück zusammen, das am 8. November in Brünn seine Premiere feiert. „Ich hoffe, dass man den Abend als Einzelwerk verstehen kann, das aus zehn kleineren Stücken besteht. Das Leitmotiv, das sich dahinter verbirgt, ist die Musik, von Kammermusik bis hin zu orchestralen Werken. Hinter der Struktur soll man sowohl die vielen Mikrowelten als auch den großen Makrokosmos finden“, kündigt Dvořák an.

Aufführungen von Motion Scores | 8. und 9. November, Mährische Galerie in Brünn | 12. Dezember, Divadlo Ponec, Prag