Energiepreise im Höhenflug

Energiepreise im Höhenflug

Branchenvertreter: „Grenze des Zumutbaren erreicht“

5. 12. 2012 - Text: Ivan DramlitschText: id/čtk; Foto: Jelto B.

Die Tschechen müssen im kommenden Jahr zur Deckung ihrer Energiekosten deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Strompreis wird um bis zu 1.900 Kronen (ca. 80 Euro) jährlich steigen, bei Gas liegt der Mehrbetrag bei 1.200 Kronen. Das geht aus Angaben hervor, die in der vergangenen Woche die Energie-Regulierungsbehörde (ERÚ) veröffentlichte.

Laut Behördensprecherin Alena Vitásková fallen die Preissteigerungen von Region zu Region jedoch unterschiedlich aus. Beim Strompreis wird demnach das Prager Energieunternehmen PRE mit 3,7 Prozent Zuwachs am kräftigsten draufschlagen, gefolgt vom E.ON mit 2,4 und ČEZ mit 2,1 Prozent.

Subventionen für Ökoenergie
Eine ähnliche Steigerung erwartet die ERÚ beim Gaspreis. Auf der Grundlage eigener Berechnungen geht die Behörde von einem durchschnittlichen Preiszuwachs von rund 2,75 Prozent aus. Eigentümer von Einfamilienhäusern, in denen mit Gas geheizt, gekocht und das Wasser erwärmt wird, müssten sich dann auf jährliche Mehrkosten von 1.221 Kronen einstellen. Auch hier gilt jedoch, dass es regionale Unterschiede geben wird.

Die Preise sowohl bei Gas als auch bei Strom steigen, weil sich die staatlich regulierten Preisbestandteile erhöhen. Beim Strom macht diese Komponente rund 55 Prozent des Gesamtpreises aus, beim Gas etwa 20 Prozent. Laut Regulierungsbehörde falle insbesondere die staatliche Unterstützung der erneuerbaren Energiequellen ins Gewicht, die einen höheren Strompreis zur Folge hat.

Erdgassteuer geplant
Wegen der galoppierenden Energiekosten schlagen sogar Branchenvertreter Alarm. So erklärte der Präsident der Tschechischen Gasunion ČPU, Oldřich Petržilka, dass die Gaspreise die „Grenze der Zumutbarkeit“ erreicht hätten. Weitere Steigerungen könnten seiner Meinung nach vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen veranlassen, auf feste Brennstoffe umzusteigen. Laut einer von der ČPU in Auftrag gegebenen Umfrage erwägen sieben Prozent der Befragten ernsthaft einen solchen Schritt. Dabei handele es sich vorwiegend um kleinstädtische Haushalte mit niedrigen Einkommen, vor allem in der Region Nordmähren. „Dort sind wir mit den Preisen tatsächlich an die Grenze gelangt. Deshalb wären weitere steuerliche Belastungen in diesem Bereich sehr gefährlich“, spielte Petržilka auf die Möglichkeit an, dass es 2014 zu einer weiteren Preissteigerung kommen könnte. Ab dann nämlich, so ist es zumindest geplant, werden auch Privathaushalte eine Erdgassteuer bezahlen müssen.  



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