Ein Geschenk für Leoš Janáček

Ein Geschenk für Leoš Janáček

Brünn feiert den 160. Geburtstag des Komponisten mit einem Festival

5. 11. 2014 - Text: Franziska NeudertText: Franziska Neudert; Foto: janacek-brno.cz

 

„Fröhlich und ohne überflüssigen Pomp“ verspricht das Festival „Janáček Brno 2014“ die Geburt des zeitlosen Komponisten zu feiern. „Unser Grundgedanke ist, Janáček durch Aufführungen einiger seiner Lieblingswerke ein kleines Geburtstagsgeschenk zu machen“, sagt Jiří Zahrádka vom Programmbeirat des Klassik-Festivals. Anlässlich des 160. Geburtstags von Leoš Janáček stehen daher nicht nur die Schöpfungen des gebürtigen Mährers auf dem Spielplan, sondern vor allem Werke anderer Größen, wie zum Beispiel Belá Bartóks 1. Klavierkonzert, über das beide Komponisten stundenlang diskutiert haben sollen.

Unter dem Motto „Happy Birth­day Leoš“ erwartet Brünn von 21. bis 29. November einheimische und internationale Operninszenierungen und Konzerte. Eine Konferenz zum „Jahr der tschechischen Musik“, Kolloquien, Workshops für Kinder und Ausstellungen begleiten das musikalische Programm. So dürfte die mährische Großstadt für Klassik-Liebhaber Ende November zu einem anziehenden Ausflugsziel werden.

Zu den Veranstaltungsorten zählen Bühnen wie Hochschulen und Museen. Besucher können sich unter anderem auf einen Konzertabend in Mies van der Rohes berühmter Villa Tugendhat freuen. In dem UNESCO-Weltkulturerbe-Denkmal stellt der italienischer Performance-Künstler Alessandro Bosetti am 24. November seine jüngsten Kompositionen zu Ehren Janáčeks vor. Sie verbinden die menschliche Stimme mit elektronischen Instrumenten.

Einen ersten Vorgeschmack auf das Festival gibt Iva Bittová mit dem „Brno Radio Orchestra of Folk Instruments“ bereits am 20. November. Gemeinsam mit dem Ensemble spürt die tschechische Sängerin und Violinistin den volkstümlichen Wurzeln Janáčeks nach. Den offiziellen Auftakt macht das Janáček Ensemble einen Tag darauf. Das Brünner Bläserquintett präsentiert frühe Werke des Komponisten.

In den darauffolgenden Tagen gastiert das Prager Nationaltheater mit einer Inszenierung des „Schlauen Füchsleins“ unter der Regie von Ondřej Havelka. Eine Ausstellung zur Oper, die vor 90 Jahren in Brünn uraufgeführt wurde, beleuchtet Hintergrund und Entstehungsgeschichte.  Am 22. November präsentiert das US-amerikanische Kronos Quartet „Different Trains“ von Steve Reich, einem der bedeutendsten Vertreter der Minimal Music. Beim Sinfoniekonzert am 27. November werden neben Antonín Dvořáks „Fanfaren zur feierlichen Eröffnung der Landesausstellung in Prag“ auch die „Variationen über ein Thema Janáčeks“ des französischen Komponisten Marc-André Dalbavie erklingen.

Darüber hinaus werden zahlreiche Werke des Geburtstagskinds zu hören sein. Das Nationaltheater Brünn zeigt beispielsweise die Neuinszenierung der Oper „Die Sache Makropulos“, im Janáček-Theater ist die Oper „Jenůfa“ zu sehen. Den Schlusspunkt setzt Janáčeks „Glagolitische Messe“ im Kulturzentrum Babylon.

Internationales Musikfestival Janáček Brno 2014, 21. bis 29. November, Eintritt: 100–800 CZK, Festivalpass
(6 Konzerte) 1.800 CZK (ermäßigt 900 CZK), Informationen unter www.janacek-brno.cz



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