Die nächste Phase wartet

Die nächste Phase wartet

Pilsen und Sparta überraschen in der Europa League – gute Chancen auf ein Weiterkommen

1. 11. 2012 - Text: Stefan WelzelText: Stefan Welzel; Foto: fcviktoria.cz

Führt man sich die Resultate tschechischer Fußball-Klubs auf internationalem Parkett in den vergangenen Jahren vor Augen, so wird klar, dass einiges im Argen lag. In der UEFA-Fünfjahreswertung rutschte das Land zwischenzeitlich auf den 22. Platz ab – hinter Nationen wie Israel, Weißrussland oder Polen, die wahrlich nicht dafür bekannt sind, eine starke Liga zu haben. In die Wertung aufgenommen werden alle internationalen Spiele auf Champions- und Europa-League-Ebene. Genau dort hat in den vergangenen Spielzeiten außer der FK Viktoria Pilsen im Herbst 2011 kaum eine Mannschaft aus der Gambrinus-Liga überzeugen können. Schwache Leistungen beeinflussten somit auch die Anzahl der Plätze im kontinentalen Geschäft, über die die Platzierung in der Fünfjahreswertung entscheidet.

Natürlich gibt es rationale, gut erklärbare Gründe, weshalb dies so ist: Eine immer größer werdende Schere zwischen reichen und finanziell weniger potenten Klubs und Meisterschaften in Europa führt dazu, dass Ligen in kleineren Ländern immer früher und in kürzerer Abfolge ihre besten Spieler verkaufen (müssen). In Tschechien kamen auch sonst noch pekuniäre und vielerorts infrastrukturelle Defizite hinzu. Diese werden nun zwar nach und nach behoben – im Konzert der ganz Großen kann man in Zukunft aber wohl eher nur sporadisch mitwirken.

Pilsner Routine
Erstaunlich gut gelingt dies dem FK Viktoria Pilsen. Nach der überraschenden Qualifikation für die lukrative Champions-League in der Spielzeit 2011/12 und noch überraschenderen Leistungen in der Gruppenphase, spielt das Team von Erfolgstrainer Pavel Vrba auch in der laufenden Saison wieder im europäischen Wettbewerb. Dieses Mal ist es zwar nur die tiefer eingestufte Europa League, aber dafür gestaltet sich das kontinentale Kräftemessen für Viktoria noch erfolgreicher als vor Jahresfrist. Vergangenen Donnerstag konnte man in der dritten von sechs Runden beweisen, dass der israelische Vertreter Hapoel Tel Aviv kein allzu großer Kontrahent um die Vergabe der ersten beiden Plätze in der Gruppe B ist. Auswärts gelang ein souveräner 2:1-Arbeitssieg. Die Routine und Abgeklärtheit von Kapitän Pavel Horváth und Nationalspieler František Rajtoral bescherten den Pilsnern die Tore und die Punkte 4 bis 6, was gleichbedeutend ist mit dem 2. Rang hinter Schwergewicht Atlético Madrid.

Höhere Ansprüche in der Europa League stellt auch der zweite tschechische Klub, der es in die Gruppenphase schaffte: Sparta Prag überzeugt in Partien gegen weit besser dotierte Mannschaften aus Spanien und Frankreich mit einem attraktiven Offensivspiel. Zwar verlor man auswärts in Lyon gegen Olympique mit 1:2 etwas unglücklich, die Heimspiele gegen Athletic Bilbao und dem israelischen Meister Hapoel Kirjat Schmona wurden allerdings überzeugend mit 3:1 gewonnen. Auch für Sparta sieht es in der Gruppe I gut aus: Wie Pilsen steht man mit sechs Punkten auf Rang zwei – fünf Punkte vor dem Dritten.

Für Pilsen und Sparta sieht es so aus, als ob man für die im Frühjahr anstehende K.o.-Phase des Wettbewerbs planen kann. Das freut nicht nur die verantwortlichen Spieler, Klubfunktionäre und Fans, sondern die ganze Liga. Denn je erfolgreicher die beiden Vereine ihre Europa-League-Auftritte gestalten, desto mehr Punkte holen sie in der UEFA-Fünfjahreswertung. Und dort geht es dann bald wieder bergauf, um Nationen wie Weißrussland und Israel hinter sich zu lassen.



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