Davis Cup bleibt in Tschechien

Davis Cup bleibt in Tschechien

Tschechiens Tennisspieler haben ihren Triumph aus dem Vorjahr wiederholt und in Belgrad den Davis Cup gewonnen. Wie 2012 in Prag holte Radek Štěpánek den entscheidenden Punkt.

17. 11. 2013 - Text: Marcus HundtText: mh; Foto: daviscup.com

Nach dem gewonnenen Doppel mit Tomáš Berdych am Samstag und der verlorenen Partie Berdychs gegen Novak Djokovic ließ Štěpánek seinem Gegner Dušan Lajovic keine Chance. Er siegte nach knapp zwei Stunden glatt in drei Sätzen. Vor heimischem Publikum mussten sich die Serben um Superstar Djokovic mit dem zweiten Platz begnügen.

„Ich denke, wir realisieren das alles erst in ein paar Tagen, was hier geschehen ist“, sagte Štěpánek wenige Minuten nach seinem Matchball im Tschechischen Fernsehen. Auch Berdych äußerte seine Freude: „Radek hat eine super Leistung gezeigt. Es war ein fantastisches Wochenende. Wohl niemand hätte wirklich ernsthaft daran geglaubt, dass wir den Titel verteidigen würden – ein unglaubliches Gefühl.“

Tschechiens Teamkapitän Jaroslav Navrátil konnte seine Spieler wegen einer Lungenembolie nicht in Belgrad unterstützen. Den Erfolg verfolgte er am Fernsehbildschirm in einem Prager Krankenhaus. Vladimír Šafařík, der das Team statt Navrátil betreute, sagte: „Dieser Titel gebührt Jarda. Ich bin froh, dass ich zumindest zu einem ganz kleinen Teil an diesem Erfolg beteiligt bin.“

Auch Lukáš Rosol und Jan Hájek können sich als Gewinner fühlen. Zwar bestritten sie nicht wie ursprünglich geplant das Doppel gegen die Serben Zimonjić/Bozoljac, doch zuvor holten sie Punkte gegen die Schweiz und Kasachstan, die Gegner der ersten beiden Runden.

Im ersten Sonntagsspiel versuchte Berdych alles, um die vorzeitige Entscheidung herbeizuführen. Doch gegen den Weltranglistenzweiten und sechsfachen Grand-Slam-Titelträger Djokovic war jeder Kampf zwecklos. „Ich habe versucht, von Anfang bis Ende mitzuhalten. Leider war er besser und hat seine Souveränität einmal mehr unter Beweis gestellt“, sagte der 28-jährige Tscheche, der im zweiten Satz zwei Breakbälle nicht nutzen konnte. Am Ende hieß es 4:6, 6:7, 2:6. Der Traum vom Titel ging aber weiter.
 
„Mach ihn fertig!“, soll Berdych seinem Teamkollegen Štěpánek in der Kabine zugerufen haben, bevor sich dieser auf das Duell gegen Lajovic vorbereitete. Er wusste, dass er gegen den 117. der Weltrangliste als Favorit auf den Court gehen würde.

Und der 34-jährige Štěpánek wurde der Favoritenrolle gerecht. Der Lebensgefährte der Wimbledon-Siegerin von 2011, Petra Kvitová, dominierte das Spiel nach Belieben. Bereits während des zweiten Satzes verließen hunderte Serben das Stadion, zu hören waren fast nur noch die Sprechchöre und Fanfaren der tschechischen Fans.

Štěpánek ist der erste Spieler in der Tennisgeschichte, der zum zweiten Mal nacheinander die entscheidende Begegnung in einem Davis-Cup-Finale für sich entscheiden konnte. Vor einem Jahr besiegte er in der Prager O2-Arena Nicolás Almagro und machte den 3:1-Erfolg gegen die favorisierten Spanier perfekt.

„Das heutige Spiel war irgendwie ähnlich, es war ein Spiel unter größtmöglichem Druck. Ich wollte aus dieser Erfahrung Profit schlagen, und das ist mir, abgesehen vom ersten Spiel (Štěpánek verlor gegen Djokovic am Freitag 5:7, 1:6, 4:6, Anm. d. Red.) auch gelungen. An diesem verlängerten Wochenende habe ich wohl in der Form meines Lebens gespielt“, sagte Štěpánek.
 
Sowohl Štěpánek als auch Berdych hatten ihre Spiele gegen Djokovic verloren, doch gegen den für den verletzten Janko Tipsarevic (ATP 36) nachgerückten Lajovic klar gewonnen. Den „Big Point“ landeten die Tschechen gegen Nenad Zimonjic und Ilja Bozoljac am Samstag. Sie gewannen mit 6:2, 6:4 und 7:6. Gleichzeitig profitierten sie eventuell davon, dass die Gastgeber auf eine Nominierung Djokovics für das Doppel verzichtet hatten. „Das war ganz allein die Entscheidung unseres Kapitäns. Aber auch wenn ich auf dem Platz gestanden hätte, es hätte keinen großen Unterschied gemacht“, sagte Djokovic.

Davis Cup, Finale
Serbien – Tschechische Republik 2:3

Spiele am Sonntag
Djokovic – Berdych 6:4, 7:6 (7:5), 6:2
Lajovic – Štěpánek 3:6, 1:6, 1:6

Davis-Cup-Sieger
Ewige Bestenliste nach Anzahl der Siege

1. USA (32)
2. Australien (28)
3. Frankreich, Großbritannien (9)
4. Schweden (7)
5. Spanien (5)
6. Deutschland (3)
    Tschechien und Tschechoslowakei (3)
7. Russland (2)
8. Südafrika, Italien, Kroatien, Serbien (1)