Bis dass der Tod sie scheidet

Bis dass der Tod sie scheidet

Das Mezipatra-Festival präsentiert eine vielseitige Auswahl an „queeren“ Filmen

5. 11. 2014 - Text: Peter HuchText: Peter Huch; Foto: Mezipatra

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Das „Mezipatra Queer Film Festival“ zeigt in den Programmkinos Lucerna und Světozor eine Woche lang 25 Spielfilm-Beiträge und sieben Kurzfilm­blöcke, die LGBT-Themen (Lesbisch, Schwul, Bi, Transgender) eint. Das Angebot abseits des Kinosaals wird mit Partys und Diskussionsrunden ergänzt.

Das diesjährige Motto „Till Death Do Them Part“ steht für eine morbide Kombination aus Liebe und Tod. Es lohnt sich, einen Blick in die Welten derer zu werfen, deren Sexualität sonst nicht im Fokus steht. Wie die des jungen Florian (Frithjof Gawenda) in „Ich fühl mich Disco“ von Axel Ranisch. In dieser witzigen Komödie aus Deutschland muss sich der Protagonist nach dem Tod seiner Mutter mit dem ihm ungleichen Vater zusammenraufen. Während dieser ihn zum Mopedfahren animieren will, singt der schwule Sohn lieber Schlager und spielt Keyboard.

Eine handfeste und gelungene Überraschung birgt Alain Guiraudies „Stranger by the Lake“. Der Franzose inszeniert das Balzverhalten Sex-suchender Männer an einem See wie eine nüchterne Tierdokumentation. Das kontroverse Werk erinnert durch seine spröde, naturalistische Art eher an Eric Rohmers Filme der „Nouvelle Vague“, doch es hält Unvorhersehbares bereit.

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