Alles im Fluss

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Deutsche und tschechische Häfen an der Elbe kooperieren und hoffen auf mehr Schiffe

26. 3. 2014 - Text: Corinna AntonText: ca/čtk; Foto: APZ

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Die Häfen an Ober- und Unterelbe wollen enger zusammenarbeiten. Vertreter der Brunsbüttel Ports GmbH und der Binnenhäfen Oberelbe GmbH, zu der die Häfen Roßlau, Torgau, Riesa und Dresden sowie Děčín und Lovosice gehören, unterzeichneten am Montag in Hamburg eine neue Kooperationsvereinbarung. Ihr Ziel ist es, den Anteil der Binnenschiffstransporte auf der Elbe zu steigern und gemeinsame Transport- und Logistikkonzepte gegenüber Industrie und Verladern zu vermarkten.

Die Vertreter der Häfen führen damit die 2009 begonnene Zusammenarbeit fort. Sie erhoffen sich von der Kooperation mehr Ladung und Beschäftigung an den Hafenstandorten an Unter- und Oberelbe. Die Binnenhäfen an der Oberelbe seien ein wichtiger Standortfaktor für Industrie und Handel in der Region, sagte Heiko Loroff, Geschäftsführer der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH sowie deren Tochterfirma Česko-saské přístavy (Tschechisch-sächsische Häfen), die seit 2002 die beiden tschechischen Elbe-Häfen in Děčín und Lovosice betreibt. „Das Binnenschiff sollte als umweltfreundlicher Verkehrsträger einen größeren Anteil am Gesamt-Transportvolumen einnehmen.“

Die Unterzeichner der Kooperationsvereinbarung wollen produzierenden Firmen attraktivere Transportbedingungen anbieten als die Eisenbahn, die derzeit das dominierende Verkehrsmittel für die Beförderung von Waren entlang der Elbe ist. Allein zwischen dem Hamburger Hafen und den Inland-Terminals in Sachsen verkehren pro Woche etwa 60 Containerzüge. Aus der Oberelbe-Region werden vor allem Waren aus den Bereichen chemische Industrie, Maschinenbau und der Automobilbranche nach Hamburg transportiert. In umgekehrter Richtung spielen Verbrauchsgüter die größte Rolle. An der Unterelbe ist vor allem der Elbehafen Brunsbüttel mit seiner strategisch günstigen Lage an der Elbmündung und dem Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal von großer Bedeutung. Jährlich werden dort deutlich mehr als zehn Millionen Tonnen Güter umgeschlagen.

Doch nicht nur mehr Waren sollen künftig auf der Elbe transportiert werden: Auf tschechischer Seite sollen in den nächsten Jahren weitere Häfen entstehen, mit dem Ziel, den Schiffstourismus zu fördern. Im kommenden Jahr soll der Bau neuer Häfen in Nymburk, Poděbrady, Čelákovice und Brandýs nad Labem beginnen, 2016 dann in Kolín, andere Orte sollen 2017 folgen. Die Kosten für den Bau eines Hafens belaufen sich auf etwa 15 bis 20 Millionen Kronen (etwa 500.000 bis 700.000 Euro). Finanzieren wird die Anlagen hauptsächlich die Direktion für Wasserstraßen (Ředitelství vodních cest). Die Städte werden für einen Teil der Strukturen außerhalb des Flusses sowie die Instandhaltung der Objekte aufkommen.