Versteckte Schönheiten

Versteckte Schönheiten

Die Arabischen Filmtage gewähren einen spannenden Blick auf soziopolitische Entwicklungen

17. 10. 2013 - Text: René PfaffText: René Pfaff; Foto: Paradis Films

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In einer Welt, die sich rasant verändert, ist es mitunter nicht leicht, sich zurechtzufinden. Diese Erfahrung machen Zainab und Aisha in „Hidden Beauties“, einem Drama vor der Kulisse der Aufstände in Tunesien im Jahr 2011. Regisseur Nouri Bouzid erzählt die Geschichte zweier Freundinnen, stellvertretend für zwei gegensätzliche Strömungen in der arabischen Welt: Auf der einen Seite steht islamisches Traditionsbewusstsein, auf der anderen die Öffnung nach dem Westen. Zainab wird gegen ihren Willen dazu gedrängt, ein Kopftuch zu tragen. Ihre Freundin Aisha  dagegen hat ein ganz anderes Problem: Wo sie arbeitet, ist das Tragen dieser Kopfbedeckung nicht erwünscht. Aisha aber kämpft dafür, es trotzdem anziehen zu dürfen. Für sie ist es Ausdruck kultureller Identität und religiöser Zugehörigkeit.

„Hidden Beauties“ ist einer von sechs Beiträgen bei den „Arabischen Filmtagen“ („Dny arab­ského filmu“), die das Tschechisch-Arabische Zentrum für kulturellen Dialog (Insaan) im Kino Světozor organisiert. In „Asmaa“ kämpft eine mit HIV infizierte Frau um ihre Würde und gegen die Stigmatisierung. Das mehrfach ausgezeichnete Independent-Kleinod „Microphone“ hat den Einfluss westlicher Populärkultur auf traditionell-konservative Strukturen zum Thema. In dem sozialkritischen Werk „678“ werden drei Frauen vorgestellt, die sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung zur Wehr setzen. Und „Horses of God“ sowie „A World not Ours“ rücken die Themen „islamistischer Terrorismus“ und „Nahostkonflikt“ in den Fokus.

Neben brisanten Sujets wohnt den Filmen oft auch eine sinnliche Poesie inne – wie Zainab und Aisha sind es „versteckte Schönheiten“, die den Kinobesuch lohnenswert machen.

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