Auf in die Loipe

Auf in die Loipe

Vom Erzgebirge bis in die Vysočina: Ausflugstipps für Langläufer

8. 12. 2016 - Text: Stefan Welzel, Fotos: Rainer Sturm, pixelio.de

Ungewöhnlich früh hat sich die weiße Pracht in diesem Jahr auch in tieferen Lagen hartnäckig festgesetzt. Brachten die vergangenen Jahre eher schwere Zeiten für die Betreiber von Wintersport-Gebieten, beginnt die Saison 2016/17 mit einem schneefesten Paukenschlag. Das freut vor allem Langläufer, deren Loipen sich naturgemäß nicht auf den höchsten Gipfeln des Landes befinden. Die „Prager Zeitung“ stellt vier Gebiete vor.

Der Klassiker
Ein traditionsreiches Langlaufgebiet und unberührte Landschaften erwarten Sportbegeisterte in Železná Ruda (Markt Eisenstein). An der Grenze zu Bayern stehen bis zu 100 Kilometer maschinell gespurter Loipen zur Verfügung. Von der kleinen Ortschaft im Böhmerwald (auf 820 Meter Höhe) aus starten drei Loipen zwischen 9,5 und 28 Kilometer Länge. Im Alpin-Skigebiet Špičák erwartet  Anfänger nur 1,5 Kilometer nördlich von Železná Ruda ein 3.000 Meter langer Flachkurs. Die Strecken sind gut miteinander vernetzt und bieten die Möglichkeit zu Ausflügen in das benachbarte Bayerisch Eisenstein. Die Unter­kunftsmöglichkeiten reichen von Wellness-Hotels über Pensionen bis zu kleinen Landhäusern. Von Prag aus führt der Weg nach Pilsen und von dort über die Landstraße E 53 durch Klatovy direkt in das Skigebiet. Es gibt sogar einen Direktzug ab dem Prager Hauptbahnof, der allerdings vier Stunden braucht, um sein Ziel zu erreichen.

www.zeleznaruda.info,
www.sumavanet.cz

Das Größte
Eines der umfangreichsten Skigebiete nördlich der Alpen liegt an der tschechisch-deutschen Grenze im Erzgebirge. Der Keilberg (Klínovec) und Oberwiesenthal mit dem Skiareal am Fichtelberg sind schon seit Jahren miteinander verbunden und bieten insgesamt knapp 200 Loipenkilometer. Rund 120 davon befinden sich rund um das nordwestlich vom Keilberg gelegene Boží Dar (Gottesgab). Kurse zwischen einem und 20 Kilometer inklusive einem Skifernwanderweg über den Erzgebirgskamm in allen Schwierigkeitsgraden stehen zur Verfügung. Nahe der höchstgelegenen Stadt des Landes (1.028 Meter über dem Meeres­spiegel) befindet sich ein relativ einfacher Rundkurs, der vor allem bei Familien beliebt ist. In dem kleinen Ort gibt es mehrere preisgünstige Pensionen sowie das etwas höheren Ansprüchen genügende Drei-Sterne-Hotel Praha. Mit dem Auto erreicht man das Gebiet zunächst über die Autobahn D 6 in Richtung Karlovy Vary. Von da geht es weiter auf der E 442 nach Ostrov, wo man die Abzweigung nach Jáchymov und Boží Dar nimmt. Von Karlovy Vary aus verkehren regelmäßig Linienbusse in das Wintersportgebiet.

www.bozi-dar.eu

Der Aufsteiger
Eines der attraktivsten Langlaufgebiete des Landes verdankt den Aufschwung der letzten Jahre dem Bau einer Biathlon-Anlage, in der auch internationale Spitzenwettkämpfe stattfinden. Das Gebiet um Nové Město nad Moravě im Osten der Vysočina (Böhmisch-Mährische Höhe) blickt auf eine lange Langlauf-Geschichte zurück. Nahe dem höchsten Berg der Region, dem Harusův kopec (780 Meter) fanden schon in den dreißiger Jahren Ski-Wettläufe statt. Seit 1981 veranstaltete der internationale Langlaufverband hier regelmäßig Weltcup-Rennen. Das Gebiet verfügt über Kurse zwischen drei und 20 Kilometern mit einer Gesamtlänge von 92 Kilometern. Die gut präparierten Strecken bieten auch fortgeschrittenen Sportlern ideale Bedingungen. Nové Město nad Moravě ist eine typische tschechische Kleinstadt, die in puncto Charme aber nicht mit den genannten Wintersportorten mithalten kann. Auf dem Weg nach Brünn verlässt man die D1 beziehungsweise E65 bei Jihlava in Richtung Žďár nad Sázavou. Von dort sind es nur noch rund vier Kilometer bis Nové Město nad Moravě. Die Zugfahrt von Prag führt ebenfalls über Žďár nad Sázavou und dauert rund drei Stunden.

www.nmnm.cz

Der Geheimtipp
Nahe der Ortschaft Čenkovice befindet sich ein kleines Langlaufgebiet rund um den Hügelzug des Suchý vrch. Die insgesamt 35 Kilometer Loipen sind an ihrem südöstlichen Ende mit dem Skigebiet Buková Hora verbunden. Eine wunderschöne Aussicht auf das Adlergebirge (Orlické hory) beidseits der tschechisch-polnischen Grenze entschädigt für den etwas umständlichen Anreise­weg in diesen entlegenen Winkel. Drei Kurse zwischen 8,3 und 17,5 Kilometern Länge in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bieten genügend Langlaufspaß für ein Wochenende. Für einen längeren Aufenthalt ist das Angebot aber zu begrenzt. Gastronomisch und als Unterkunft ist die „Kramářova chata“ zu empfehlen – ein stattliches Wellness-Hotel auf knapp 1.000 Meter Höhe. Mit dem Auto fährt man von der Hauptstadt zunächst nach Hradec Králové und über Landstraßen nach Kostelec nad Orlicí in Richtung Králíky. Mit dem Zug steigt man in Ústí nad Orlicí nach Jablonné nad Orlicí um. Von dort fährt der Linienbus nach Čenkovice, der allerdings nur fünf Mal am Tag verkehrt.

www.cenkovice.com,
www.skibukovka.cz

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