„Verschiedenartige Ähnlichkeit“

„Verschiedenartige Ähnlichkeit“

Tschechische Autoren und Verlage präsentieren sich auf der Frankfurter Buchmesse

13. 10. 2015 - Text: PZText: PZ; Foto: Radka Denemarková/Literaturhaus,CC BY-SA 3.0

Die Welt des Buches ist seit Mittwoch wieder zu Gast in Frankfurt am Main. Aussteller aus mehr als hundert Ländern präsentieren sich bis Sonntag auf der weltgrößten Messe für Literatur. Tschechische Verlage, Druckereien und Autoren werden vor allem in Halle 5 anzutreffen sein, wo das Land auch seinen Gemeinschaftsstand hat.

Den Anfang macht Radka Denemarková. Die Schriftstellerin und Übersetzerin wurde in Deutschland vor allem mit ihrem Roman „Ein herrlicher Flecken Erde“ (Originaltitel: „Peníze od Hitlera“) bekannt, in dem sie vom Schicksal einer Jüdin erzählt, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Für das Werk wurde Denemarková unter anderem mit dem tschechischen Literaturpreis Magnesia Litera ausgezeichnet. In Frankfurt wird sie daraus ebenso vorlesen wie aus ihrem neuem Roman „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“. Donnerstag, 15. Oktober, 11 Uhr, Halle 5.0 B116

Einen weiteren Auftritt wird die Autorin am Nachmittag absolvieren. Mit ihrem tschechischen Kollegen Radek Malý und dem slowakischen Schriftsteller Pavol Rankov diskutiert sie dann über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten tschechischer und slowakischer Literatur. Zur Veranstaltung lädt das slowakische Literárne informačné centrum ein, das das Verhältnis der beiden Literaturen und ihre „verschiedenartige Ähnlichkeit“ beleuchten will. Donnerstag, 15. Oktober, 15 Uhr, Forum Internationaler Dialog, Halle 5.1 A128

Weniger theoretisch geht es am nächsten Tag zu, wenn „Lyrik aus Tschechien für Groß und Klein“ auf dem Programm steht und Radek Malý seine Gedichte für Erwachsene und Kinder sowie experimentelle Übersetzungen der Lyrik von Christian Morgenstern und Ernst Jandl präsentiert. Freitag, 16. Oktober, 11 Uhr, Halle 5.0 B116

Kurz darauf ist am tschechischen Stand außerdem Sabine Gruša zu Gast. Die Witwe des Schriftstellers und Diplomaten Jiří Gruša wird mit den Wissenschaftlern Hans Dieter Zimmermann (Berlin) und Mojmír Jeřábek (Brünn) die neu erschienenen Publikationen der Werkausgabe ihres 2011 verstorbenen Mannes vorstellen. Die auf zehn Bände angelegte Ausgabe der gesammelten Werke startete im vergangenen Jahr mit den Titeln „Der 16. Fragebogen“ und „Beneš als Österreicher“. Im Jahr 2018 soll sie mit „Interviews und Gespräche/Briefe in Auswahl“ abgeschlossen werden. Geplant sind unter anderem eine zweisprachige Veröffentlichung tschechischer Gedichte und eine Ausgabe mit neueren Erzählungen sowie unveröffentlichten Dramen. Freitag, 16. Oktober, 14 Uhr, Halle 5.0 B116

Wer sich für die technische Seite der Bücherwelt interessiert, kann sich auf der Frankfurter Messe auch über tschechische Druckereien informieren. So ist zum Beispiel das Unternehmen „Graspo“ an einem eigenen Stand anzutreffen, an dem es über die Herstellung von Büchern informiert und seine Druckerzeugnisse – von Kinderbüchern über Kataloge bis hin zu Magazinen und Broschüren – zeigt. Dazu gehört auch das preisgekrönte Kochbuch „Kulinářská inspirace“ („Kulinarische Inspiration“).

Unter den ausländischen Ausstellern ist dieses Mal das Gastland Indonesien besonders stark vertreten. Außerdem werden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Ost- und Mitteleuropa angeboten, darunter unter anderem:
Der Russland-Reflex: In ihrem Gespräch gehen die Bürgerrechtlerin Irina Scherbakowa und der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel den deutsch-russischen Beziehungen, Vorurteilen und aktuellen Ängsten auf den Grund. Donnerstag, 15. Oktober, 11 Uhr, Lesezelt Agora

Meridian Czernowitz: Autor und Krieg: Zum Thema „Autor und Krieg: Im Westen doch Neues“ diskutieren vier der prägendsten Figuren der ukrainischen Literaturszene über die Situation in ihrer Heimat, Krieg als stilistisches Problem des Schriftstellers, und die Unmöglichkeit, nicht politisch zu schreiben. Freitag, 16. Oktober, 18 Uhr, Halle 5.1 A128

Wohin verschwinden die Grenzen? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung organisiert eine Diskussion über die grenzüberschreitende Vernetzung von Menschen und Orten in Ostmittel- und Südosteuropa. Samstag, 17. Oktober, 16 Uhr, Weltempfang – Salon 3.1 L25

Mehr Informationen unter www.buchmesse.de



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