Protest gegen atomares Endlager

Protest gegen atomares Endlager

Österreichs Kanzler will Deponie im Grenzgebiet mit allen Mitteln verhindern

6. 11. 2014 - Text: Corinna AntonText: ca/čtk; Foto: APZ

Österreich wird alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um zu verhindern, dass Tschechien ein Endlager für radioaktive Abfälle in der Nähe der gemeinsamen Grenze errichtet. Das kündigte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Wien an. Wie die Agentur APA berichtet, droht Faymann auch mit einer Klage. Die tschechischen Behörden suchen derzeit nach einem geeigneten Gelände für ein Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle. Sieben Gebiete sind in der engeren Wahl und sollen näher überprüft werden. Einige davon befinden sich nahe der tschechisch-österreichischen Grenze.

Tschechiens Umweltminister Richard Brabec (ANO) erklärte, die Entscheidung über den Standort sei noch nicht gefallen. Die Deponie solle im Jahr 2065 in Betrieb genommen werden. Die vorbereitenden Arbeiten werden etwa 15 Jahre dauern, hinzu kommen die langen Forschungsarbeiten. Falls die Wahl auf einen Standort in der Nähe zur Grenze falle, werde Tschechien mit den Nachbarn diskutieren, so Brabec. Sie könnten sich im Laufe des Verfahrens einbringen, etwa wenn es um die Untersuchung der Umweltauswirkungen gehe.

Das Umweltministerium hatte im Oktober die Erlaubnis zur Erforschung möglicher Stätten für ein atomares Tiefenlager erteilt. Sie gilt für alle sieben Orte, für die die Verwaltung der Lager radioaktiver Abfälle (SÚRAO) einen Antrag gestellt hatte. Dazu gehören das Areal Čertovka, das sich in den Kreisen Ústí nad Labem und Pilsen befindet, ein Gelände nahe Horažďovice im Kreis Pilsen, das Gebiet Magdalena nahe dem südböhmischen Tábor und das Areal Čihadlo in Südböhmen, das nur 30 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt ist, sowie drei Gebiete im Bereich der Böhmisch-Mährischen Höhe.

„Im Grunde hatten wir keine gesetzlichen Gründe, die Erlaubnis nicht zu erteilen“, sagte Umweltminister Brabec mit dem Hinweis darauf, dass es sich um vorbereitende Untersuchungen handle. „Die Äußerungen von österreichischer Seite werde ich berücksichtigen. Wir alle wissen, dass die Österreicher gegen Atomkraftwerke sind.“

In der Tschechischen Republik gibt es noch kein Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle. Abgebrannte Brennelemente aus den Atomkraftwerken Temelín und Dukovany werden derzeit in Zwischenlagern untergebracht.



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