Mehr Dynamik im Grenzgebiet

Mehr Dynamik im Grenzgebiet

Tschechisch-bayerische Vereinbarung will Region zwischen den Ländern stärken

11. 6. 2014 - Text: Franziska NeudertText: fn/čtk; Foto: plzen.cz

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Nach 20 Jahren Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien wollen beide Länder das Potential des Grenzraumes weiterhin sichtbar stärken und der Region neue Impulse verleihen. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten der bayerische Staatsminister für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat Markus Söder (CSU) und seine tschechische Kollegin vom Ministerium für Regionalentwicklung Věra Jourová (ANO) am Donnerstag vergangener Woche in Pilsen. Vor allem in den Bereichen Regionalentwicklung, Flächennutzung, Wirtschaft, Tourismus und Forschung soll enger zusammengearbeitet werden. Gemeinsames Ziel ist eine starke, innerhalb Europas konkurrenzfähige Region.

Eine Arbeitsgruppe wird in den kommenden Monaten ein Entwicklungskonzept erstellen, das die Regionen Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Pilsen, Karlsbad und Südböhmen umfasst. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnte das etwa 300.000 Euro teure Dokument Mitte des nächsten Jahres vorliegen. Für die betreffenden Regionen erhofft sich Jourová neue Dynamik. Dabei hat sie vor allem den Bereich Wissenschaft im Blick. „Unsere Forschung ist dank EU-Mitteln bereits recht gut ausgestattet. Jetzt sollte sie das an die Wirtschaft zurückgeben. Bisher schafft es unsere Wirtschaft nicht, ökonomisch nutzbare Forschung zu veranlassen. Das könnte aber zwischen Tschechien und Bayern gut funktionieren“, so die Ministerin. Söder bekräftigte seine Amtskollegin. Ihm zufolge könnten Bildungs- und Wissenschaftsinstitutionen entstehen, deren Ergebnisse für ganz Europa von Bedeutung sein würden.

Durch das Abkommen sollen primär die ländlichen Grenzgebiete gefördert werden, namentlich jene auf tschechischer Seite, die schon seit längerem mit der Abwanderung junger Leute in die Städte zu kämpfen haben. Söder geht davon aus, dass auch eine aktive Zusammenarbeit auf nationaler Ebene dazu beiträgt, das Entwicklungsgefälle zwischen dem Landesinneren Bayerns und der Region an der tschechischen Grenze auszugleichen.

Die neue tschechisch-bayerische Initiative soll auch einen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und des digitalen Netzes beider Länder umfassen. Zum Erreichen der gemeinsamen Ziele wolle sich Tschechien nun um Gelder aus EU-Fonds bemühen, wie Jourová sagte.