Kommentar: Mündige Bürger?

Kommentar: Mündige Bürger?

Neues Rauchverbot sollte ausgeglichen gestaltet werden

4. 2. 2015 - Text: Stefan WelzelText: Stefan Welzel; Bild: pmox

 

Nun also doch. Die letzte Raucherbastion Europas soll fallen. Gesundheitsminister Svatopluk Němeček will ab 2016 ein rigoroses Rauchverbot in Restaurants, Cafés und Bars durchsetzen. Das Regierungskabinett zieht mit, und mit ihm rund 80 Prozent der Tschechen, die finden, es sei an der Zeit, den lästigen Qualm konsequent aus öffentlichen Einrichtungen zu verbannen. Darüber hinaus möchte Němeček seine Landsleute mit diversen Gesetzentwürfen dazu bringen, den Konsum von Alkohol zu senken. Dabei hat er vor allem den Schutz von Minderjährigen und die Gesundheit einer  ganzen Gesellschaft im Auge.

Zweifelsohne, in tschechischen Kaschemmen wird eindeutig zu viel getrunken und geraucht. Vor allem Letzteres fast flächendeckend. Hier erscheint die Einführung eines griffigen Gesetzes sinnvoll. Doch sollte die Politik nun behutsam vorgehen. Zwar würde man mit einem strengen Rauchverbot nur den weltweit fast überall geltenden Gepflogenheiten folgen, dennoch sollte man die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen. Eine freie demokratische Gemeinschaft mündiger Bürger darf nicht zu einer Verbotsgesellschaft führen.

Zur Zeit befinden wir uns aber auf direktem Wege dahin. Selbst als Nichtraucher muss man dieser Entwicklung skeptisch entgegenblicken. Was spricht gegen eine Zigarette zu einem Glas Wein unter Gleichgesinnten in einem speziell dafür eingerichteten Raucherbereich einer Bar? Und welchen Nichtraucher würde ein gemäßigtes Rauchverbot in diesem Sinne ernsthaft stören? Die Antwort liegt auf der Hand.

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