Energiekosten auf Talfahrt

Energiekosten auf Talfahrt

Strom und Gas werden im kommenden Jahr günstiger, Wasser jedoch teurer

11. 12. 2013 - Text: Franziska NeudertText: fn/čtk; Foto: plugimi

Anzeige

Nachdem die tschechischen Energiepreise in den vergangenen Jahren beständig stiegen, soll sich ab Januar 2014 der Spieß vorerst umdrehen: Wie die Energiebehörde (ERÚ) am Dienstag vergangener Woche bekanntgab, wird Strom die Haushalte im kommenden Jahr durchschnittlich 10,9 Prozent weniger kosten. Die Wärmepreise bleiben stabil, maximal sei mit einem leichten Anstieg zu rechnen.

Über den größten Preisrückgang können sich Kunden des Energie­anbieters ČEZ freuen, bei dem mit einem Rückgang von rund zwölf Prozent gerechnet wird. Bei Pražská energetika (PRE) wird Strom etwa 9,5 Prozent günstiger und beim Energiekon­zern E.ON, der vor allem Haushalte in Südböhmen und -mähren versorgt, um 8,8 Prozent.

Für „Otto Normalverbraucher“ ist der Preisrückgang nicht unbedeutend. Wie der Generaldirektor von ČEZ Daniel Beneš – dem führenden Anbieter auf dem hiesigen Energiemarkt – ausführt, bedeutet dies für Haushalte, die Strom lediglich zum Kochen und für die Beleuchtung nutzen, eine Ersparnis von 1.214 Kronen (etwa 45 Euro) im Jahr. An Heizkosten könnten die Kunden 5.646 Kronen (rund 200 Euro) jährlich sparen.

Fernwärmepreis stagniert
Noch weniger tief müssen Kunden in die Tasche greifen, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Bohemia Energy, Anbieter für alternative Energien, rechnet mit einem Preisrückgang von 19 Prozent. „So wenig wird der Strom in Zukunft nicht mehr kosten“, prognostizierte Geschäftsführer Jiří Písařík. Einen derart niedrigen Preis hätte das Unternehmen bisher noch nicht erlebt.
Grund für den anstehenden Preissturz ist die Senkung des staatlich regulierten Anteils des Strompreises, der sich aus ersterem und einem freien Marktpreisanteil zusammensetzt.

Auch der regulierte Anteil des Gaspreises soll um durchschnittlich fünf Prozent fallen. Die Energieregulierungsbehörde geht dennoch eher von einer Stagnation des Gaspreises beziehungsweise einem geringfügigerem Rückgang aus.

Die Gesellschaft für Fernwärme (Teplárenské sdružení ) rechnet mit einer Stagnation der Wärmepreise für Heizanlagen, die mit Erdgas, Schwarzkohle und Biomasse betrieben werden. Die Nutzung von Braunkohle dagegen soll um drei Prozent teurer werden. Ebenfalls mehr kosten wird das „nasse Gut“: Unternehmen der Wasserwirtschaft haben angekündigt, dass die Preise für Trinkwasser im Schnitt um drei Prozent ansteigen.