Dem Verbrechen auf der Spur

Dem Verbrechen auf der Spur

Die Zahl der Straftaten ist erneut zurückgegangen – Polizisten fehlen in Mittelböhmen

29. 6. 2016 - Text: Franziska NeudertText: fn/čtk; Foto: Polizei Saarland

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Dass ihnen die Arbeit ausgeht, brauchen Polizisten hierzulande nicht befürchten. Dennoch ist die Anzahl der Straftaten in Tschechien seit den letzten Kreiswahlen im Oktober 2012 kontinuierlich zurück­gegangen. Im vergangenen Jahr haben die Kriminalbeamten rund 248.000 Delikte registriert – 56.000 weniger als 2014. Die Quote der aufgeklärten Fälle stieg 2015 auf knapp 51 Prozent. Einen leichten Anstieg der Straftaten gab es zuletzt lediglich im Jahr 2013 – die Polizei führt ihn auf die Amnestie des damaligen Präsidenten Václav Klaus zurück. Zum 20-jährigen Bestehen der Tschechischen Republik hatte Klaus eine Teil­amnestie erlassen, in deren Folge mehr als 6.000 Häftlinge auf freien Fuß kamen.

Die meisten Straftaten registriert die Polizei in der Hauptstadt: Gut 64.000 waren es im vergangenen Jahr; etwa ein Viertel konnten sie aufklären – die Quote ist in Prag deutlich schlechter als im landesweiten Durchschnitt. In den Regionen hat der Kreis Ústí nad Labem mit den meisten Delikten zu kämpfen. Dort wurden 2015 rund 21.000 Verbrechen verzeichnet – das waren etwa 25 Straftaten pro 1.000 Einwohner. Probleme bereiten den Beamten dort vor allem Drogenschmuggler; gegen sie soll die Spezial­einheit „Toxi tým“ mit 50 Beamten vorgehen.

Relativ hoch ist die Kriminalitätsrate auch im nordböhmischen Liberec. Der Stadt fehlt noch immer ein eigenständiges Kreisgericht – seit zehn Jahren bemühen sich Lokalpolitiker um eine solche Institution. Bisher gibt es lediglich eine Zweigstelle.

Einige Kreise klagen auch über einen Mangel an Polizisten. So fehlten in Mittelböhmen 164 Beamte, sagte der Direktor der mittelböhmischen Polizei ­Václav Kučera.

Wer vor Verbrechern sicher sein will, sollte am besten nach Ostböhmen ziehen. Im Kreis Pardubice verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr gerade einmal 13 Straftaten pro 1.000 Einwohner – die niedrigste Quote im ganzen Land.