Delegation in Beirut

Delegation in Beirut

Vermisste Tschechen bleiben verschollen

13. 8. 2015 - Text: Stefan WelzelText: sw/čtk; Foto: Nassif Seif

Im Fall der im Libanon vermissten tschechischen Staatsbürger hat das Außenministerium mit der Entsendung einer diplomatischen und polizeidienstlichen Sonderdelegation reagiert. Am Dienstagabend sind unter anderem Staatssekretär Jakub Kulhánek sowie Robert Šlachta von der Einheit zur Verfolgung des organisierten Verbrechens nach Beirut geflogen, um die Ermittlungen vor Ort zu unterstützen. Außerdem soll die Delegation den Besuch von Außenminister Lubomír Zaorálek (ČSSD) vorbereiten, der auf Bitten seines libanesischen Amtskollegen Dschubran Basil zunächst verschoben werden musste.

Am 18. Juli waren offenbar fünf tschechische Bürger in der Nähe des Bekaa-Tals im Osten des Landes während einer Taxifahrt entführt worden. Darunter befinden sich zwei Journalisten, ein Dolmetscher, ein Geheimdienstmitarbeiter sowie ein Anwalt. Bei letzterem handelt es sich um den Rechtsbeistand des seit einem Jahr in Prag inhaftierten Libanesen Ali Fayad. Dieser wartet auf seine Auslieferung in die USA. Er soll dort verdeckt ermittelnden Drogenfahndern Waffen und Kokain angeboten haben.

Der Taxifahrer der Vermissten soll nach Angaben der libanesischen Presse ein Bruder Fayads sein. Die Journalisten waren laut der tschechischen Tageszeitung „Blesk“ in die libanesisch-syrische Grenzregion gereist, um eine Reportage zum Fall Fayad zu drehen. Libanons Innenminister Nouhad Machnouk verkündete am Dienstag, die zuständigen Ermittler gingen von einem kriminellen Hintergrund aus. Derweil hält es Tschechiens Außenminister auch für möglich, dass es sich um einen Terrorakt handelt.

Eigentlich wollte Zaorálek so früh wie möglich persönlich in den Nahen Osten reisen, um sich über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Von libanesischer Seite wurde jedoch eingeräumt, bis heute zu wenig brauchbare Erkenntnisse gesammelt zu haben, die mehr Licht in den mutmaßlichen Entführungsfall bringen. 



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