Brünn will Messe zurück

Brünn will Messe zurück

Die Stadt könnte selbst knapp zwei Drittel der Anteile kaufen oder einen Investor suchen

29. 7. 2015 - Text: Corinna AntonText: ca/čtk; Foto: Messe Brünn

Seit 17 Jahren ist die Messe Brünn in deutscher Hand. Nun will sich die Stadt die Mehrheit der Anteile sichern. Brünn habe Interesse an den 61 Prozent, über die derzeit die Messe Düsseldorf verfügt, sagte Oberbürgermeister Petr Vokřál (ANO) Mitte Juli. Die Haupteigentümer aus dem Rheinland hatten bereits im Jahr 2012 angekündigt, ihre Anteile verkaufen zu wollen. Brünn hält derzeit 34 Prozent und verfügt über ein Vorkaufsrecht. Die übrigen fünf Prozent sind im Besitz von Kleinaktionären.

In den kommenden Wochen werden Vertreter der Stadt über den Kauf verhandeln und dafür zu Gesprächen nach Deutschland reisen. Mit der Leitung der Mission wurde der Oberbürgermeister selbst betraut. Er will zunächst über den Preis sprechen: „Davon wird alles abhängen, denn wir werden sehen, ob die Stadt das nötige Geld hat oder nicht“, erklärte Vokřál. Konkrete Zahlen nannte er noch nicht. In der Vergangenheit waren die Finanzen der Grund dafür, dass der Verkauf ins Stocken geriet. Sowohl die Stadt Brünn als auch die Messe Düsseldorf gaben eigene Gutachten in Auftrag. Für welchen Preis die knapp zwei Drittel der Aktien schließlich den Besitzer wechseln könnten, ist bisher jedoch offen.

Vokřál sieht drei Möglichkeiten für Brünn, mehr Einfluss auf die Gestaltung des Messegeländes zu nehmen. „Die Stadt kann die Anteile selbst kaufen und mit dem Management des Unternehmens ein Konzept erarbeiten, aus dem hervorgeht, wie wir das Areal künftig nutzen und besser für die Menschen öffnen, ohne den Messebetrieb zu beeinträchtigen“, so der Oberbürgermeister. Dieses Szenario bezeichnete auch Jiří Kuliš, Generaldirektor der Messe Brünn, als beste Variante. „Die Messe wäre dann ein städtischer Betrieb und wir hätten die Garantie, dass auf dem Gelände nicht irgendein Einkaufszentrum entsteht“, kommentierte er die Pläne. Seiner Meinung nach sei eine Messe zudem „strategisch wichtig“ für Brünn, ähnlich wie ein Bahnhof oder Flughafen.

Sollte der komplette Erwerb nicht gelingen, könnte laut Vokřál Plan B greifen: „Wenn wir uns mit der Messe Düsseldorf nicht einigen, werden wir einen Finanzpartner suchen, der einen Teil der Aktien übernimmt.“ Die Stadt wolle jedoch auch in diesem Fall die Mehrheit an der Gesellschaft selbst halten, um ihre Interessen geltend zu machen. Als letzte Möglichkeit nannte der Oberbürgermeister die Suche nach einer weiteren Messegesellschaft, die nach den Wünschen Vokřáls helfen sollte, das Gelände „zu beleben und zu entwickeln“.

Die Messe Brünn war in den vergangenen Jahren wirtschaftlich erfolgreich. Der Gewinn des Unternehmens nach Steuern belief sich 2014 auf fast 28 Millionen Kronen (rund eine Million Euro). Erstmals wurde er allein aus Einnahmen aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet und nicht wie in den Vorjahren durch den Verkauf von Eigentum.



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