Attraktion Soldatengrab

Attraktion Soldatengrab

Preußischer Friedhof in Mikulov renoviert

28. 1. 2015 - Text: Stefan WelzelText: sw/čtk; Foto: APZ

Die südmährische Gemeinde Mikulov (Nikolsburg) hat ihren jahrzehntelang vernachlässigten preußischen Ehrenfriedhof für 260.000 Kronen (etwa 10.000 Euro) renoviert. Die Arbeiten wurden Ende 2012 in Auftrag gegeben und dauerten über anderthalb Jahre an. Auf dem alten Soldatenfriedhof wurden unter anderem mehrere Grabsteine sowie das alte zentrale Gedenkkreuz wieder instand gesetzt. Dies gab die Projektleiterin und Stadtbeauftragte für Entwicklung und Gewerbe Marcela Šimánková in der vorigen Woche bekannt. Die Kleinstadt unmittelbar an der Grenze zu Österreich will das sanierte Areal nun auch verstärkt für touristische Zwecke nutzen.

1866 drängten die preußischen Truppen die geschlagenen Gegner des Deutschen Bundes unter Führung Österreichs in Richtung Wien zurück. Kurz zuvor ereignete sich die Entscheidungsschlacht des „Deutschcn Krieges“ in Königgrätz (Hradec Králové). Unter mangelhaften hygienischen Zuständen brach auf beiden Seiten die Cholera aus. Über 200 preußische Soldaten erlagen der Seuche in Mikulov, wo sie auch beerdigt wurden. „Etwa die gleiche Anzahl an Zivilisten starb ebenso an der Cholera“, wie Šimánková die tragischen Umstände von Ende Juli bis September 1866 erläutert.

Bis heute konnten nicht alle Verstorbenen auf preußischer Seite identifiziert werden. Bei der Renovierung tauchten weitere unbekannte Namen auf. So wurde ein Leutnant Friedrich Schröder des zehnten Magdeburgischen Infanterieregiments identifiziert, und damit der erste Offizier unter den Begrabenen.

Die originalgetreue Instandsetzung erfolgte dank historischer Aufnahmen. Der Friedhof zerfiel nach der Vertreibung der sudetendeutschen Bevölkerung im Jahr 1945 zunehmend. Šimánková zufolge soll der Soldatenfriedhof in Zukunft auch als Zugpferd für den regionalen Tourismus genutzt werden. Dafür wurde das ursprüngliche Sanierungsbudget auch großzügig überschritten. Im Dezember 2012 hatte man noch mit Kosten in Höhe von rund 154.000 Kronen (ca. 6.000 Euro) gerechnet.



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