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Nenastya

4.5
21.2.2013
Im Restaurant „Nenasyta“ wird genussvolles und ökologisch bewusstes Essen groß geschrieben

Schon Goethe meinte seinerzeit, dass kein Genuss vorübergehend sei, denn der Eindruck, den er hinterlässt, sei bleibend. Doch damit Genuss entsteht, braucht man Geschmack, Leidenschaft und Geduld, was im gastronomischen Business von heute nicht immer selbstverständlich ist.

Ein Ehepaar aus Slowenien nahm sich diesen Leitsatz zu Herzen und hat auf dessen Prinzipien das Restaurant Nenasyta im Prager Stadtteil Dejvice eröffnet. Sie verstehen sich als Teil der Gegenbewegung zum Trend des uniformen Fast Foods: „Wir haben schon immer nach den besten, wenn möglich regionalen und biologischen Produkten gesucht. Die Leidenschaft des bewusst Essens wollen wir nun mit anderen Menschen teilen“, so Besitzer und Chefkoch Primož Škerjanec.

In ihrem Restaurant, das seit Dezember vergangenen Jahres geöffnet hat, soll vieles anders laufen als in gewöhnlichen Gastronomiebetrieben. In einem Raum, der schlicht und doch liebevoll eingerichtet ist, befindet sich ein großer Tisch, an dem 14 bis 16 Menschen gemeinsam Platz nehmen können. Das ist perfekt für kleine Besucher-Gruppen, die bei mehreren Gängen auf eine kulinarische Entdeckungsreisen durch die Welt der slowenischen Küche mitgenommen werden wollen. Denn wie nicht jeder weiß, besticht diese durch ihren Facettenreichtum.

Neben den typisch fleischlastigen Balkan-Gerichten wie „Jota“ (ein slowenischer Eintopf, der entweder mit Sauerkraut oder Steckrüben zubereitet wird) oder „Kalja“ (Eintopf aus Montenegro/jeweils 200 Kronen), findet man hier so manchen ungarischen, österreichischen und italienischen Einfluss wieder. So kommt auch das mediterrane Flair nicht zu kurz. Die selbstgemachte Pasta mit Trüffeln für 250 Kronen sollte man sich nicht entgehen lassen. Sorgfältig ausgesuchte Weine aus der kleinen ehemaligen Teilrepublik Jugoslawiens für 40 bis 70 Kronen den Deziliter runden das Angebot ab. Die Preise sind der Qualität angemessen. Für die Hauptspeisen sind zwischen 160 und 250 Kronen zu bezahlen.

Sauerkraut und Trüffel
Eine klassische Speisekarte gibt es nicht, denn die Gerichte variieren stets. Bei einer größeren Reservierung kann man das Menü mit den Chefkoch absprechen. Ein Grundprinzip des Betriebs ist die konsequente Verwendung saisonaler Produkte. Deshalb stehen im Winter vor allem Speisen auf der Basis von Sauerkraut, Trüffel, Seefrüchten und frischen Radieschen sowie der typische Wintersalat im Angebot. Für die nächste große Veränderung auf der Karte wird der Frühling verantwortlich sein. Auf den freut sich Škerjanec besonders: „Dann wird alles mit frischen Kräutern und Artischocken verfeinert“.

Die Fleischwaren, unterschiedlichen Käsesorten und sonstigen Köstlichkeiten, die immer aus kleinen traditionellen Familienbetrieben direkt aus Slowenien importiert werden, bieten die Škerjanecs auch auf ihren Marktständen auf den Plätzen Jiřího z Poděbrad und Vitězné náměsti sowie am Moldau-Ufer Rašínovo nábřeží an. Man sollte dabei nach dem Label „Food Adventure“ Ausschau halten. Viele Produkte verfügen über ein Bio-Zertifikat.

Das Restaurant, das zur Zeit fünf Mitarbeiter beschäftigt, könnte schon bald zu einem Insidertipp für Feinschmecker werden. Vor allem für solche, die auf biologische Produkte achten und einen entspannten Abend in geselliger Runde und in ruhiger Lage verbringen wollen.

geöffnet: Mo.–Fr. 9–22 Uhr, samstags nur nach Reservierung
Eliášova 16
Prag 6 (Dejvice)
Tel.: 721 099 781, primoz@foodadventure.eu
Kategorien: International | Prag 6
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