Sonntag, 26. Mai 2013

Beste Lage, geringe Kosten

22. 06. 2012

Jiří Běhounek, der Hauptmann des Kreises Vysočina (Kraj Vysočina), über die Vorzüge der Region für Unternehmen und Investoren

Den Kreis Vysočina gibt es als autonome Verwaltungseinheit seit 10 Jahren. Können Sie uns sagen, wie sich die Region wirtschaftlich entwickelt hat?
Jiří Běhounek: Die Region Vysočina wurde immer als eher ländlich geprägt wahrgenommen. Die Industrieproduktion entwickelte sich aus den historischen Traditionen heraus, das gilt nicht nur für den Bereich Maschinenbau, sondern auch die Bekleidungs-, Schuh- und Lebensmittelherstellung; zur Vysočina gehörte darüber hinaus schon immer die Glasproduktion. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Konzentration der Industrieproduktion in den großen Zentren heikel ist. Die kurzsichtige Politik der Produzenten, die östlichen Märkte aufzugeben und sich stattdessen ausschließlich in Richtung Westen zu orientieren – wo es allerdings längst funktionierende und unabhängige wirtschaftliche Strukturen gab – führte zum Kollaps einiger bedeutender Arbeitgeber. Dadurch wurde in diesen betroffenen Gegenden die gesamte unternehmerische Sphäre geschwächt. Einige dieser Regionen wurden sogar von staatlicher Seite als struktur- und wirtschaftsschwache Gegenden klassifiziert.

Zu einem ähnlichen Effekt kam es während der Wirtschaftskrise, als sich die totale Abhängigkeit der großen Arbeitgeber von der Automobilindustrie bemerkbar machte. Die Arbeitslosigkeit stieg stark an, auch kleinere Firmen, die sich einseitig auf die Zulieferfunktion für große Konzerne konzentriert und keine Alternativproduktion in der Hinterhand hatten, bekamen Probleme. In dieser Phase war vor allem das Vorhandensein einer differenzierten Branchenstruktur mit einem hohen Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen, oftmals familiengeführt, besonders wichtig. Diese Betriebe passten sich den neuen Bedingungen sehr schnell an und konnten flexibel auf die Veränderungen reagieren.

Was ist der wichtigste Faktor, der Investoren dazu motiviert, in die Vysočina (Böhmisch-mährische Höhe) zu kommen?
Běhounek: Sehr wichtig ist die Lage der Region innerhalb Tschechiens, aber auch innerhalb Europas. Quer durch den Landkreis verläuft die wichtige internationale Autobahn D1, wodurch die Vysočina direkten Anschluss an die weiterführenden transeuropäischen Trassen hat. Die gute Verkehrsanbindung ist in Zeiten des dominierenden Lkw-Verkehrs eines der stärksten Argumente. Derzeit nutzen wir europäische Gelder, um unser Straßennetz so auszubauen, dass es europäischen Standards entspricht. Damit verbessern wir die Qualität der Verkehrsanbindung von der Autobahn ins Innere der Region, womit wir auch für Pendler Erleichterungen schaffen.

Das Management großer Unternehmen schätzt auch den komfortablen und schnellen Anschluss an zwei internationale Flughäfen. Ein großer Vorteil ist auch die Lage von Jihlava, der größten Stadt der Region. Sie befindet ungefähr auf halbem Wege zwischen Prag und Brünn, direkt an der Autobahn.

Natürlich können Investoren in der Vysočina auf loyale und qualifizierte Arbeitskräfte zurückgreifen. Die Menschen arbeiten hier auch für niedrigere Löhne als in den großen Zentren. In den vergangenen Jahren unterstützte der Kreis Vysočina auch die Berufsausbildung in Schlüsselberufen. Lehrlinge werden dazu motiviert, Berufe zu lernen, nach denen Bedarf besteht.

In letzter Zeit registrieren wir ein gestiegenes Interesse von Seiten großer Developer und Investoren, die angesichts steigender Mieten, Grundstückspreise und Löhne in größeren Städten und deren Umgebung nach weniger kostenintensiven Alternativen suchen. In Kombination mit den bereits genannten Vorzügen der Region bietet die Vysočina ein breites Angebotsspektrum; dabei handelt es sich nicht nur um Industrie, es kommen beispielsweise auch Logistikzentren oder Verwaltungszentralen von Unternehmen aus dem tertiären Sektor.

Das setzt allerdings eine vorhandene Infrastruktur voraus…
Běhounek: Die Städte als Eigentümer der überwiegenden Mehrzahl der betreffenden Entwicklungsflächen bauen entsprechende Industrie- und Gewerbezonen auf, die sowohl von einheimischen als auch ausländischen Investoren genutzt werden. Dabei steht mehr als 400 Hektar Fläche in über 40 Industrie- und Gewerbegebieten zur Verfügung. Um Investoren anzulocken, bieten die Städte und Gemeinden attraktive Preise für Vermietung und Verkauf von Immobilien; außerdem werden Zufahrtswege gebaut und die Verkehrsanbindung für die Arbeitnehmer wird verbessert.

Wie könnte also die Vysočina von heute charakterisiert werden?
Běhounek: Der bedeutendste Richtwert ist in dieser Hinsicht das BIP, das im Jahr 2010 64,9 Prozent des EU-Durchschnitts betrug. In Kronen ausgedrückt waren dies 150,7 Milliarden Kronen, das heißt 292.669 Kronen pro Einwohner. Wir sind eine Region mit einem gut entwickelten Unternehmertum, in der sowohl traditionelle Landwirtschaft als auch eine sich schnell entwickelnde Industrieproduktion ihren Platz haben. Darüber hinaus ist die Vielzahl an kleinen und mittleren Unternehmen, die operativ auf veränderte ökonomische Situationen reagieren können, ein wichtiger Faktor, um auch während der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage bestehen zu können. Der Kreis Vysočina bemüht sich dabei, diese kleinen Firmen durch seine Förderpolitik zu unterstützen, um somit zu ihrer Nachhaltigkeit und Stabilität beizutragen.
Dass das Unternehmertum in der Vysočina blüht, belegt auch die Tatsache, dass in einem landesweiten Vergleich von Städten mit hervorragendem unternehmerischen Umfeld die Stadt Humpolec den 2. Platz von 205 Städten belegte. Der Sprung aufs Podest vom letztjährigen 24. Platz gelang vor allem aufgrund einer hervorragenden Bewertung durch die Unternehmen selbst sowie einem sehr gutem Ergebnis bei der objektiven Bewertung der Arbeitsmarktsituation.
Wir können also mit Stolz feststellen, dass die einst gemiedene Vysočina heute aufgrund ihrer vorteilhaften Lage und der vielversprechenden Entwicklung ein attraktiver Standort für Unternehmen und Investoren geworden ist. Heute ist unser Kreis eine der sich am dynamischsten entwickelnden Regionen in Tschechien, dessen vollwertige Integration in die europäische und internationale Wirtschaft absehbar ist.


Gewerbegebiete im Kreis Vysočina ab 20 Hektar
Bystřice nad Pernštejnem    60,00 ha
Havlíčkův Brod (das Gewerbegebiet ist besetzt)    18,00 ha
Humpolec (besetzt)    14,50 ha
Jihlava    43,00 ha
Kamenice nad Lipou    11,70 ha
Krucemburk    10,50 ha
Ledeč nad Sázavou    11,50 ha
Moravské Budějovice    11,40 ha
Moravské Budějovice    14,40 ha
Náměšť nad Oslavou    11,40 ha
Pelhřimov    25,00 ha
Přibyslav    13,50 ha
Třebíč    11,40 ha
Třešť    18,00 ha
Velké Meziříčí (besetzt)    19,00 ha
Ždírec nad Doubravou    14,10 ha
Ždírec nad Doubravou    18,70 ha

PR-Text

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