23. Februar 2018,

Meldungen aus Kunst und Kultur

19. 09. 2012

Biennale auf Reisen

Noch bis 29. September ist im Tschechischen Zentrum Prag die Wanderausstellung „Bienále v kufru“ („Biennale im Koffer“) zu sehen. Gezeigt werden rund 100 Werke aus dem Bereich des Grafikdesigns, die seit ihrem Bestehen bis heute auf der Brünner Biennale zu sehen waren. Unter den Exponaten befinden sich beispielsweise ein Plakat Andy Warhols, das der Pop Art-Künstler anlässlich des New York Film Festivals 1974 gestaltet hat, sowie verschiedene Buchkollagen von Max Ernst. Gezeigt werden auch grafische Arbeiten des Typografen Josef Týfa, der in den dreißiger Jahren die Reklame für den Schuhhersteller Baťa und die Brauerei Pilsner Urquell schuf. Seit 1963 findet in Brünn im Zweijahresrhythmus die Internationale Biennale für Grafikdesign statt. Interessierten bietet sich noch bis 25. Oktober die Möglichkeit, die diesjährige Biennale zu besuchen. Obwohl sie zu den renommiertesten Kunstmessen zeitgenössischen Grafikdesigns zählt, waren die Exponate bisher nur vereinzelt im Ausland zu sehen. Ziel der Wanderausstellung ist es daher, die Werke international bekannter zu machen. Nach ihrer Zeit in Prag wird die Exposition in Zusammenarbeit mit den Tschechischen Zentren ins Ausland reisen. Bisher bestätigte Stationen sind Wien und Den Haag. 



Europäischer Tag der Sprachen in Prag

Einmal im Jahr feiert Europa seine Sprachenvielfalt. Seit 2001 findet auf Initiative des Europarats am 26. September der Europäische Tag der Sprachen statt. An diesem Tag werden zum Thema Fremdspracherwerb in ganz Europa zahlreiche Tagungen, Kurse und Sonderprogramme in Fernsehen und Hörfunk veranstaltet. Auch in Prag begehen die Kulturinstitute europäischer Länder – wie zum Beispiel das British Council oder das Institut français – den Tag der Sprachen mit Sonderveranstaltungen. Das Goethe-Institut führt in Zusammenarbeit mit anderen Kultureinrichtungen im Masaryk-Bahnhof ein sogenanntes „Speak-Dating“ durch. Von 16 bis 18 Uhr haben Teilnehmer die Möglichkeit zu einer zehnminütigen Konversation mit einem Fremdsprachenlehrer. Wer mehr als drei Runden erfolgreich bestreitet, nimmt zugleich an einer Preisverlosung teil. In Kooperation mit dem tschechischen Schulministerium veranstaltet das Nationalinstitut für Weiterbildung eine ganztägige Konferenz, in deren Mittelpunkt die zweite Fremdsprache an weiterführenden Schulen steht. Die Konferenz findet auf Tschechisch mit Simultanübersetzung ins Englische statt.



Fotoausstellung: Die Farben von Ostrava

Unter dem Titel „Ostrava – Die vier Jahreszeiten“ präsentiert das Freizeit- und Einkaufszentrum „Nova Forum“ in Ostrava ab Donnerstag Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien von Boris Renner. Die 50 großformatigen Aufnahmen spiegeln vor allem Industrie und Architektur der nordmährischen Metropole sowie Alltagsmomente wider. Ziel des Fotografen ist es, Ostrava auch jenseits seines Rufes einer düsteren Industriestadt als bunte und moderne Metropole im Wandel der Jahreszeiten zu zeigen. Renner lebt seit seiner Geburt in Ostrava; er ist unter anderem Autor der Fotografiebände  „Ostrava včera a dnes“ („Ostrava gestern und heute“) und „Ostrava – malá procházka velkým městem“ („Ostrava – kleiner Spaziergang durch die große Stadt“). Bekannt wurde der Fotograf vor allem mit Bildern, die Bergbau, Industrie und die Architektur seiner Heimatstadt dokumentieren. Die Ausstellung kann bis 10. Oktober besichtigt werden. 

 

Rote Banane in Chomutov

Der Berliner Architekt Hans-Michael Földeak hat die Kulturlandschaft in der deutsch-tschechisch-österreichischen Grenzregion dokumentiert. Das Ergebnis kann als Ausstellung „Die Rote Banane – Entwurf einer Landschaft“ bis 20. Oktober im Regionalmuseum Chomutov besichtigt werden. Die Exposition spiegelt vor allem die Veränderungen im Raum des ehemaligen Eisernen Vorhangs wider, die seit 1989 das Bild der Landschaft geprägt haben. Nicht nur im Titel ließ sich Földeak von der in den achtziger Jahren entwickelten „Blauen Banane“ inspirieren. Es handelt sich um ein Modell des französischen Geografen Roger Brunet (* 1931), das die Konzentration industrieller und städtischer Großräume innerhalb eines bandförmigen Raumes zwischen Irischer See und Mittelmeer beschreibt. Im Gegensatz zur verdichteten „Blauen Banane“ erweist sich die „Rote Banane“ als eher brachliegender Raum, der wirtschaftlich und demografisch entleert wurde.


Text: fn/čtk

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