Karel Svoboda hat Selbstmord begangen, die Gründe sind noch unklar
Ganz Tschechien trauert um Karel Svoboda. Der erfolgreiche Schlager-Komponist, der sich offenbar selbst erschossen hat, wurde am vergangenen Sonntag tot im Garten seiner Villa in Jevany bei Prag gefunden. Welche Gründe zu der Tat führten, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Möglicherweise litt der 68-Jährige unter einer unheilbaren Krankheit.
Freunde berichteten, dass der Komponist in letzter Zeit stark abgenommen habe. Auch wurden der Tod seiner Tochter – sie war im Alter von vier Jahren vor sieben Jahren verstorben - sowie finanzielle Probleme als mögliche Tatmotive angegeben. Svoboda soll angeblich Schulden in Höhe von 20 Millionen Kronen haben.
Die Nachricht über den Tod des Schlagersängers sorgte überall im Land für Bestürzung. Karel Gott, für den Svoboda etliche Hits komponierte, meinte gegenüber dem Prager Radiosender Frekvence 1: „Das ist ein großer Schock für mich, er war in meinen Augen ein genialer Mann, der prächtig lebte und auch viel leistete. Er musste schon heftige Beweggründe gehabt haben, um dies zu tun“.
Auch Helena Vondráèková, Urgestein im tschechischen Schlagerhimmel, zeigte sich gegenüber der Presse bestürzt. „Ich hab ihn noch am Sonntag für ein paar Stunden gesehen und kann es kaum fassen, uns verbindet eine lange Freundschaft. Schon seit 1965 kennen wir uns“.
Svoboda war der erfolgreichste Schlager-Komponist Tschechiens, der auch in Deutschland etliche Erfolge feierte. Vor allem bekannt wurde er mit seinen Hits „Biene Maja“ und „Lady Carneval“. Außerdem komponierte er die Titelmelodien von „Pinocchio“ und „Wickie und die starken Männer“. Sein letztes Werk war das Musical „Golem“, das erst vor Kurzem in Prag aufgeführt wurde. Svoboda begann seine Karriere in den 60er Jahren als Mitglied der populären tschechischen Rockgruppe „Mefisto“.
Von Bernd Rudolf