Der slowakische Torjäger des 1. FC Nürnberg, Róbert Vittek, ist der Überraschungsspieler der Bundesliga-Rückrunde.
„Vittek ist ein Guter, ein richtig Guter“, stellt sein Coach Hans Meyer fest, „in seiner derzeitigen Form ist er eigentlich eine Nummer zu groß für den 1.FC Nürnberg.“ Und plötzlich gerät der sonst so kühle Trainerfuchs ins Schwärmen: „Wenn im Sommer einer kommt und 15 oder 20 Millionen für ihn auf den Tisch legt, lasse ich mir von unserem Präsidenten die Nichtabstiegsprämie auszahlen – und dann gehen wir beide.“
Der Spieler, der Meyer so in Verzückung setzt, schoss zuletzt acht Tore in drei Partien nacheinander. Das gelang noch keinem Akteur in der gesamten Bundesliga-Historie. Zunächst hatte Róbert Vittek alle drei Treffer zum 3:0-Heimsieg gegen Duisburg erzielt, dann glückte ihm eine Woche später beim 4:3 in Köln sogar ein lupenreiner Hattrick – innerhalb von nur 17 Minuten. Und auch am zurückliegenden Wochenende war der 23-Jährige gegen Werder Bremen wieder zweimal zur Stelle. „Vittek ist derzeit der beste Stürmer in der Bundesliga“, sind sich Kommentatoren einig..
„Trifft ein Slowake nicht, dann macht eben der andere die Tore“, lautet das Motto der Fans beim 1.FC Nürnberg. Da Marek Mintál, der Bundesliga-Torschützenkönig der letzten Saison, schon seit Monaten ausfällt, füllt nun sein Landsmann Vittek die Lücke. An jedem der letzten 13 Tore von Nürnberg war er beteiligt, entweder als Schütze oder als Vorbereiter. Vom Abstieg ist vor allem seinetwegen beim „Club“ derzeit nicht mehr die Rede.
Seine bisherigen zehn Saisontore erzielte der Spieler mit dem schütteren Haar alle erst nach der Winterpause. Dabei wollte Vittek die Frankenmetropole im Winter eigentlich verlassen, denn der sensible Slowake fühlte sich in Nürnberg nicht mehr wirklich zu Hause. Ausgemustert vom Trainer, ausgepfiffen von den Fans, ausgelacht von den Mitspielern – Vittek liebäugelte mit dem Wechsel zu einem französischen Erstligisten.
Den gesamten Artikel können Sie in der Druckausgabe der Prager Zeitung oder in unserem ePaper lesen.
Von Klaus Hanisch