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10. 9. 2010, 21:29
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Thema der Woche
Kommentar: UNESCO als Druckmittel
3. 2. 2010

Die Stadt Karlsbad betreibt eine halbherzige profitorientierte Politik



Karlsbad strebt nur noch die Aufnahme einzelner historischer Bauten in die UNESCO-Weltkulturerbeliste an – und nicht mehr die des gesamten Kurareals der Stadt. Damit will die Stadt eventuellen künftigen Einschränkungen bei Stadtentwicklungsprojekten und Bauvorhaben zuvorkommen. Die Taktik der Stadtverwaltung ist leicht zu durchschauen.

Mit der nachträglichen Änderung ihrer Bewerbung für die Aufnahme in die UNESCO-Liste bezweckt sie ihre harmonische Beziehung mit russischen Unternehmen auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. Im Karlsbader Stadtzentrum sind bereits die Hälfte der Gebäude in russischer Hand.

Man kann verstehen, dass sich viele Einwohner vor den Kopf gestoßen und fremd in ihrer eigenen Heimat fühlen, wenn eine derart halbherzige unternehmerische Stadtpolitik betrieben wird. Denn die Gebäude werden oft zu Spottpreisen verkauft. Das Argument der Stadt, sie sei bei der Restaurierung der historischen Gebäude auf ausländische Investoren angewiesen, ist zwar nachvollziehbar, dennoch sollte diese Handlungsweise nicht dauerhaft praktiziert werden, um vor allem die Identität der Stadt zu bewahren. Zumal in den meisten Fällen die Erhaltung des Denkmalschutzes missachtet wird.

Die Strafen waren für die russischen Milliardäre in der Vergangenheit schlichtweg Peanuts. Auch die 2009 neu eingeführte Höchststrafe von zwei Millionen Kronen ist für viele Investoren kein Grund, die Gesetze einzuhalten. Solange der Staat billigt, das es in Karlsbad keinen verbindlichen Flächennutzungsplan gibt, im dem strikt festgelegt ist, wo und unter welchen Bedingungen gebaut werden darf, wird sich an der Situation nichts ändern. Die UNESCO könnte nun in die profitorientierte Stadtpolitik eingreifen und somit künftig für eine natürliche Stadtentwicklung sorgen.



Von Martin Preusker

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