Zwischen Polen und Tschechien ist ein Streit um die EU-Zertifizierung von Kabanossi ausgebrochen
Was den Nürnbergern ihre Bratwürste sind, sind den Polen und Tschechen die Kabanossi. Nur im Gegensatz zu den kleinen Nürnbergern weiß keiner, woher sie ursprünglich stammen. Verbreitet sind sie jedenfalls in ganz Osteuropa, dem Baltikum und sogar im Adria-Raum.
Schon seit einigen Jahren geht es zwischen Tschechien und Polen um die Wurst, da der große Nachbar im Norden die Spezialität als „Kielbasy Mysliwske“ eintragen ließ. Gegen diese Kennzeichnung hat nun der tschechische Europaabgeordnete Jan Březina (KDU-ČSL) Einspruch erhoben. Wie die tschechischen Wurstwarenhersteller befürchtet auch er, dass es zu Verwechslungen mit der eigenen Jägerwurst kommen könnte.
„Wenn die Polen mit ihrem Antrag durchkommen, können sie sich brüsten, Qualität zu liefern und sich somit über die tschechischen Hersteller stellen“, so der Politiker. Mit Hilfe des Einwandes gelang es, den Registrierungsprozess zunächst einmal zu unterbrechen. Die Europäische Kommission will nun prüfen, ob der Einspruch zulässig ist.
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Von Bernd Rudolf