Der Ausbau der D1 ist beschlossene Sache / Hohe Kosten wecken Verdacht auf Korruption
Die D1 (Prag-Brünn) zählt zu den gefährlichsten Autobahnen des Landes. Fast wöchentlich berichten die Nachrichtenagenturen über schwere Unfälle. Das soll sich in Zukunft ändern, denn das tschechische Verkehrsministerium plant einen Teil-Ausbau der insgesamt 377 Kilometer langen Strecke. Die Gesamtkosten sollen sich dabei auf 19 Milliarden Kronen (zirka 730 Millionen Euro) belaufen.
Süffisant titulierte das tschechische Wirtschaftsmagazin „Ekonom“ in seiner Ausgabe vom 21. Januar: „Ein Meter Autobahn für 19 Milliarden Kronen“. Jedoch ist dabei anzumerken, dass sich dieser Meter auf die Verbreiterung der insgesamt rund 160 Kilometer langen Strecke zwischen Mirošov und Kývalka bezieht und dabei auch sämtliche Kosten wie etwa für die elektronische Beschilderung eingeschlossen sind.
Dennoch ist der Bau von Autobahnen im Vergleich zu Deutschland in Tschechien eine teure Angelegenheit. Während in der Bundesrepublik nach Angaben von Diana Schmidt, Pressesprecherin der Autobahndirektion Nordbayern, der Autobahn-Kilometer durchschnittlich rund acht Millionen Euro kostet, muss der tschechische Steuerzahler nach Angaben des Verkehrsministeriums etwa das Doppelte, nämlich 16 Millionen Euro dafür aufbringen.
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Von Bernd Rudolf