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Prager Zeitung

6. 9. 2010, 14:56
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Wirtschaft
Fakten&Zahlen: Aufschwung, Euro gefährdet, ČMSS mit Rekord und mehr
27. 1. 2010



Aufschwung

Laut einer Prognose des Instituts für Unternehmensentwicklung an der Hochschule für Ökonomie in Prag (IDE) soll sich die Wirtschaft in den nächsten Jahren leicht erholen. Als Grund für den Aufschwung sehen die Wirtschaftswissenschaftler die günstigen Konjunkturerwartungen in Europa, allen voran in Deutschland, das allerdings im vierten Quartal einen Rückgang des Brottoszialprodukts von fünf Prozent verbuchen musste.

Da Tschechien sehr stark exportorientiert ist, ist die kleine Volkswirtschaft sehr stark abhängig von der Konjunktur anderer Länder. So wurde nach Ansicht der Ökonomen auch die Wirtschaftskrise „importiert“. Dasselbe gelte auch für die wirtschaftliche Erholung. Weniger positiv soll es auf dem tschechischen Arbeitsmarkt aussehen. Stimmen die Berechnungen der Experten, soll die Arbeitslosigkeit im Mai 2010 auf einen Rekordwert von 9,2 Prozent steigen. Danach wird allerdings eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt vorausgesagt. Die Freisetzung von Arbeitskräften könnte dazu führen, dass viele Firmen sich wieder erholen und somit positiv das BIP beeinflussen.

Euro gefährdet

Tschechiens Finanzminister Eduard Janota sieht die Euro-Einführung in Tschechien um das Jahr 2015 gefährdet, wenn keine tiefgreifenden Reformen der öffentlichen Finanzen angegangen werden. Bisher hatte Tschechien keinen offiziellen Termin für eine Euro-Einführung genannt. Die Bonität Tschechiens werde „ausgesprochen negativ beeinflusst“, sollten sich die Budgetdefizite in der Höhe von 5 bis 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den kommenden Jahren fortsetzen, warnte er.

2009 betrug das Defizit rund 6,6 Prozent des BIP. Tschechien muss laut Janota Maßnahmen treffen, um die Wirtschaftskraft des Landes und seine Budgetmöglichkeiten neu aufzustellen. Dies werde aber die Aufgabe für die Regierung sein, die aus den Parlamentswahlen im Mai 2010 hervorgehen werde. 

ČMSS mit Rekord

Die Českomoravská stavební spořitelna (ČMSS) hat im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 48 Prozent erzielt. Erneut konnte die größte tschechische Bausparkasse ihre Position stärken, das vergangene Jahr ist das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte überhaupt. Zum Vergleich: 2008 betrug der Marktanteil 45 Prozent. „Wir haben zum einen ein sehr gutes Vertriebsnetz, gute Führungskräfte und gute Mitarbeiter, zum anderen sind die Tschechen auch eifrige Sparer.

Das gilt vor allem für die Landbevölkerung, da erzielen wir besonders gute Ergebnisse“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzender der ČMSS, Manfred Koller. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 304 673 Bausparverträge abgeschlossen.

Mehr TV-Kunden

SES Astra, eine Tochter der SES Holding, hat nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als eine Million Nutzer in Tschechien. Empfangen werden die digitale Fernsehprogramme über Astra 23,5 Grad. Providor Skylink kann dabei mehr als 600 000 Kunden vorweisen, CS Link hat mehr als 400 000 Endkonsumenten. Astra 23,5 E versorgt die Region Mittel- und Osteuropa und startete offiziell Ende 2006.



Von Bernd Rudolf

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