Alternativ, bizarr, cool: Bars und Clubs im Szeneviertel Žižkov
Noah Lucas war „tired of America“, als er vor neun Jahren nach Prag kommt. Er hatte genug vom amerikanischen Schönheitswahn und der Politik der US-Regierung. Zunächst wohnt er auf der touristischen und etwas versnobten Kleinseite, doch dann findet er einen Ort, der ihm besser gefällt und eher zu ihm passt: Žižkov. Das Viertel, dessen Wahrzeichen der Prager Fernsehturm ist, erinnere ihn an Kreuzberg, das er schätzt und regelmäßig besucht.
In der Straße Vlkova eröffnet Lucas im Jahr 2002 in einem leerstehenden Backsteinhaus eine Bar, nennt sie „Blind Eye“ und richtet sie mit dem ein, was er auf der Straße findet. Er sagt, er hatte zwar „kaum Geld, aber viel Energie“. Ein Satz, den viele Menschen in Žižkov unterschreiben würden und in gewisser Weise auf die Szene des Viertels zutrifft.
Im ehemaligen Arbeiterquartier östlich der Altstadt wohnten seit jeher die ärmsten Bevölkerungsschichten, heutzutage kommen viele Studenten und so genannte Expats hinzu. Obwohl sich Žižkov in den vergangenen Jahren zu einem der angesagtesten Szeneviertel mauserte, hat es seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Die Kneipen hier sind nicht modern oder schick, sondern gemütlich, authentisch und vor allem alternativ.
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Von Laura Schameitat