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Prager Zeitung

2. 9. 2010, 21:33
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Gesellschaft
Problemfeld Euthanasie
9. 9. 2009

Immer mehr tschechische Ärzte sprechen sich für die Einführung der aktiven Sterbehilfe aus



Obwohl Euthanasie in Tschechien gesetzlich verboten ist, wird sie immer öfter durchgeführt. „Manche Ärzte lassen ihre Patienten bewusst sterben“, erklärt Zdeněk Kalvach, einer der wenigen Mediziner, die offen zugeben, dass in Tschechien Sterbehilfe praktiziert wird. „Ziel ist es, den Kranken von ihrem Leid zu befreien.“ Dabei reiche es einem Krebskranken eine erhöhte Morphiumdosis zu verabreichen.

„Das ist Mord“, sagt hingegen Jan Pachl, der Chef des Prager Fakultäts-Krankenhauses Královské Vinohrady. Mit schwerkranken Menschen sind die dortigen Ärzte täglich konfrontiert. „In Absprache mit den Familienangehörigen haben wir beispielsweise die Möglichkeit, die Behandlung mit Antibiotika, die vor einer Infektion schützt, abzubrechen. Das ist legal“, sagt Pachl. Diese Meinung teilen nicht alle Ärzte in seiner Klinik. So käme es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen den Medizinern, berichtet er. „Manchmal ist eine Behandlung völlig sinnlos.

Einen unheilbar kranken Menschen um jeden Preis am Leben zu halten, ist  grauenhaft.“ Da es offiziell keine Sterbehilfe gibt, haben sich in den vergangenen zehn Jahren über 900 tschechische Patienten entschieden, in einer umstrittenen Schweizer Klinik der Sterbehilfe-Organisation Dignitas ihre letzten Tage zu verbringen. Sie leistet unter anderem Beihilfe zum Selbstmord durch Helium.

Ein geplantes Gesetz zur aktiven Sterbehilfe, für das sich immer mehr Ärzte und Politiker aussprechen, soll in Tschechien für Klarheit sorgen. Demnach sollen Ärzte auf Wunsch der unheilbar kranken Patienten eine Giftdosis verabreichen dürfen. In einer im vergangenen Monat durchgeführten Umfrage des Meinungsforschungsinstiuts STEM sprachen sich knapp zwei Drittel der Befragten dafür aus, den so genannten „assistierten Selbstmord“ auch in Tschechien zu legalisieren. 

Den gesamten Artikel können Sie in der Druckausgabe der Prager Zeitung oder in unserem ePaper lesen.





Von Martin Preusker
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